Fussball

Nullnummer! Austria schickt Hartberg nach Europa

Die Wiener Austria wollte eine verkorkste Saison retten. Hartberg hatte etwas dagegen, setzte sich im Kampf um den Europacup durch.
Sebastian Klein
15.07.2020, 20:04

0:0! Die Veilchen brauchten, gemessen am bisher Gezeigten, ein kleines Fußballwunder. Das erhoffte Feuerwerk in Hartberg blieb aus. Die Steirer holten im Rückspiel des Abstiegs-Play-offs am Mittwochabend ein torloses Remis, setzten sich mit einem Gesamtscore von 3:2 durch.

Hartberg steigt in der zweiten Runde der Europa-League-Qualifikation ein. Es ist ein historischer Triumph. Hartberg zieht zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in den Europacup ein.

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Die Austria geht leer aus, wird in der kommenden Saison nicht im internationalen Geschäft vertreten sein.

Zahnlose Veilchen

Die Austria hatte sich viel vorgenommen, nach dem 2:3 in Wien Durchhalteparolen zum Besten gegeben. Das Rückspiel sollte aber zum Spiegelbild einer schlechten Saison werden. Die Gäste waren sichtlich bemüht, wussten mit dem Ball aber nicht wirklich viel anzufangen.

Spielerisch fanden die Veilchen kein Rezept, die geduldig verteidigenden Hartberger vor Probleme zu stellen. Die Steirer lauerten auf ihre Konter, hatten sogar mehr, wenn auch wenige Torchancen. In einem ereignisarmen Match verpasste Rajko Rep in der 79. Minute die Vorentscheidung alleine vor Austria-Schlussmann Patrick Pentz.

Bright Edomwonyi verschoss auf der Gegenseite in der ersten von zwei Minuten Nachspielzeit aus kurzer Distanz, schoss über das freie Tor. Wegen der Auswärtstorregel hätte die Austria ohnehin zwei Treffer benötigt.

Jubelstimmung in Hartberg.
Gepa

Die Reaktionen

Austria-Kicker Florian Klein reagierte enttäuscht auf das Saisonfinish: "Das Gefühl ist natürlich nicht gut. Wenn man beide Spiele betrachtet, würde ich sagen, dass wir viel Spielanteile hatten, aber nicht die Qualität uns viele Chancen herauszuspielen."

Hartberg-Torjäger Dario Tadic war voller Europhorie: "Mir fehlen gerade die Worte. Wir haben eine unglaubliche Saison gespielt." Sein Trainer Markus Schopp strahlte: "Wir waren in beiden Spielen die bessere Mannschaft. Die Entschlossenheit war gewaltig. Wir haben über die ganze Saison Großartiges geleistet." Schopp über seine Zukunft: "Ich habe eine klare Idee."

Hartberg-Präsidentin Brigitte Annerl: "Ich kann es nicht in Worte fassen. Unseren Klassenerhalt haben wir im Grunddurchgang mit einer Niederlage in Linz gewonnen. Jetzt sind wir die Nummer eins in der Steiermark und werden Europa aufmischen."

Trainer Christian Ilzer analysierte: "Ich möchte dem TSV Hartberg großen Respekt aussprechen. Eine großartige Saison gespielt, in Wien brutal stark gekontert, gewonnen. Hier stark alles wegverteidigt. Sie haben sich den Aufstieg in die Europacup-Quali verdient. Wir haben gewusst, wenn wir zu früh alles aufreißen und ein Tor kassieren, wird diese Mannschaft noch sicherer. Wir sind und immer wieder in dieser starken Abwehr festgelaufen, haben aus unseren Standards keinen Profit geschlagen. Es war dann einfach zu wenig, damit es hier zum Sieg reicht. Kein Vorwurf an die Jungs, sie haben nach so einer harten Saison alles herausgehaut, es war dann einfach nicht mehr drinnen. Es ist eine Riesen-Enttäuschung. Wir hätten in gewissen Situationen einfach die Qualität gebraucht, um den Unterschied zu machen."

Austria-Sportvorstand Peter Stöger: "Klar ist, dass wir es in dieser Saison nie geschafft haben, dominant aufzutreten, Kontrolle über den Gegner zu erlangen. Wir haben jüngere Spieler eingebaut, es hat auch ein bisschen gefruchtet. Aber die Austria muss und wird sich nächste Saison anders präsentieren. Es ist möglich, mit dem vorhandenen Personal das durchzuführen. Wir müssen aus der Mannschaft mehr rausholen. Dass wir nicht zufrieden sind, ist klar. Wir waren nicht für die Meisterrunde qualifiziert, was wir in diesem Play-off gezeigt haben war nicht genug." Ob Trainer Ilzer nächste Saison noch im Amt bleiben werde? "Ja natürlich, er hat einen Vertrag. Bei uns heißt das was."