Sergio Perez ging als letzter aus der ersten Rennrunde, am Ende fuhr er als Erster über die Ziellinie. Der 30-Jährige strahlte am Sonntag beim Grand Prix von Sakhir über den Rennsieg. In seinem 190. Rennen gewann er zum ersten Mal. Er ist erst der zweite Mexikaner, dem dieses Kunststück gelang.
Dabei hatte das Rennen für ihn denkbar ungünstig begonnen. Ferrari-Star Charles Leclerc bremste in der ersten Kurve zu spät und räumte Perez ab. In einer Kettenreaktion wurde auch der Red-Bull-Bolide von Max Verstappen in die Leitplanke geschickt. Für Leclerc und Verstappen war das Rennen beendet. Perez begann seine Aufholjagd.
Perez: "Ich bin sprachlos. Ich habe so viele Jahre von diesem Moment geträumt. Zehn Jahre hat es gedauert, jetzt weiß ich nicht, was ich sagen soll. Nach der ersten Runde war das Rennen vorbei, dann das. Das zeigt wieder: niemals Aufgeben."
Perez siegte vor Esteban Ocon im Renault und Racing-Point-Kollegen Lance Stroll. Die Mercedes-Piloten Valtteri Bottas und George Russell gingen leer aus. Der Finne wurde Achter. Russell, der Weltmeister Lewis Hamilton wegen dessen Covid-19-Erkrankung ersetzte, Neunter.
Der Sieger profitierte von einem seltenen Fauxpas der Mercedes-Crew. Während einer Safetycarphase wurden die Führenden, Russell und Bottas, an die Box geholt – eigentlich eine Sicherheitsvariante. Dabei passierte ein peinliches Missgeschick. Die Mechaniker hatten die Reifen der beiden vertauscht, sie mussten ein zweites Mal an die Box.
Die beiden fielen auf den vierten und fünften Rang zurück. Russell überholte Bottas, arbeitete sich auf Rang zwei vor. Dann ereilte ihn der nächste Rückschlag. An seinem Wagen wurde ein Reifenschaden festgestellt, der Sensationsmann musste ein weiteres Mal an die Box. Vom 15. Platz gelang ihm noch der Sprung auf den achten.
Ebenfalls unglaublich: Sieger Perez hat für das kommende Jahr noch kein Cockpit in der Formel 1. Sebastian Vettel kommt von Ferrari, ersetzt ihn bei Racing Point. Stroll darf bleiben. Noch ist unklar, ob Perez bei einem anderen Team unterkommen könnte. Die Plätze sind rar.