In einem turbulenten und zunächst regennassen Qualifying spielte der Niederländer im letzten Outing seine ganze Klasse aus, war mit 1:10,567 in einer eigenen Liga. Es war die 28. Pole Position seiner Formel-1-Karriere. Damit ist der Red-Bull-Star vor seinem Heimpublikum auch am Sonntag der haushohe Favorit, könnte den neunten Sieg in Folge einfahren.
"Man musste auf der dünnen, trockenen Linie Risiko gehen, aber die letzte Runde hat richtig Spaß gemacht. Der Druck ist immer da, wenn alles zusammenpasst, ist es einfach großartig", strahlte der Doppel-Weltmeister.
Im ersten Qualifying-Abschnitt war Verstappen auf der noch feuchten Strecke außer sich. "Mann, was zum Teufel ist mit dem Auto los? Ich habe gar keinen Grip, es dreht sich überall", schäumte der Doppel-Weltmeister.
Lando Norris hatte als erster Verfolger bereits 0,537 Sekunden Rückstand. Der McLaren-Pilot war bis zuletzt am Niederländer dran, patzte aber nach einem absolut besten ersten Sektor. "Platz zwei ist super, es war ein chaotisches Qualifying", lachte Norris sichtlich zufrieden. Mercedes-Pilot George Russell wurde Dritter (+0,727), vor dem bärenstarken Williams-Piloten Alex Albon (+0,852).
Sergio Perez musste sich im zweiten Red Bull hinter Fernando Alonso (+0,939) und Ferrari-Ass Carlos Sainz (+1,187) mit Rang sieben zufrieden geben, 1,3 Sekunden hinter seinem Teamkollegen.
Williams-Pilot Logan Sargeant sorgte im dritten Qualifying mit noch gut acht Minuten auf der Uhr für eine Unterbrechung des Qualifyings, flog heftig ab. Unmittelbar nach Wiederbeginn sorgte auch Ferrari-Star Charles Leclerc für einen Abbruch der Session. Für beide Piloten war das Qualifying damit vorzeitig zu Ende.
Siebenfach-Weltmeister Lewis Hamilton erlebte derweil einen Rückschlag. Der Mercedes-Star scheiterte auf der schnell auftrocknenden Strecke als 13. bereits im Q2 – acht Hundertstel fehlten zum Weiterkommen. Auch für Lance Stroll (Aston Martin), Pierre Gasly (Alpine), Yuki Tsunoda (14.) und Nico Hülkenberg (Haas) war Endstation.
Für Liam Lawson, der kurzfristig Daniel Ricciardo ersetzen musste, endete das erste Qualifying seiner Formel-1-Karriere bereits im ersten Qualifying-Abschnitt. Der Neuseeländer wurde 20. und damit Letzter. Zum Weiterkommen fehlten dann doch 1,4 Sekunden. Ricciardo zog sich in einem Unfall im zweiten Freien Training am Freitagnachmittag einen Mittehandknochenbruch zu, soll noch am Samstagabend oder spätestens Sonntagvormittag operiert werden. Ebenfalls ausgeschieden sind Zhou Guanyu (Alfa Romeo), Esteban Ocon (Alpine), Kevin Magnussen (Haas) und Valtteri Bottas (Alfa Romeo).