Bereits bei der Frauen-WM ließ der Weltverband FIFA Entscheidungen nach Videobeweis von den Schiedsrichtern im Stadion über die Mikrofone ausrufen. Auch bei der U20-WM und bei der Klub-WM der Männer wurde die Praxis ebenfalls getestet. Die Idee kommt aus der amerikanischen NFL, wo die Entscheidungen bereits seit Jahren durch die Stadionmikrofone schallen.
Nun fasst auch die englische Premier League den Plan ins Auge, die Kommunikation der Schiedsrichter live im Stadion zu übertragen. Das "International Football Association Board", kurz "IFAB", überlegt nun die Aufhebung des entsprechenden Verbots, um die Unterhaltungen öffentlich zu machen.
"Ich denke, dass die Liveübertragung der Gespräche in Zukunft ein Thema bleiben wird. Die größere Transparenz würde auch die Schwierigkeit der Schiedsrichter-Aufgaben besser verdeutlichen. Deswegen halte ich den Versuch der FIFA, bei dem Schiedsrichter ihre Entscheidungen nach einer nochmaligen Überprüfung auch für die Zuschauer im Stadion erläutern, auch für einen richtigen Schritt", sagte der Boss der Football Association, Mark Bullingham, der englischen Zeitung "The Guardian".
Die Meinungen über das Thema gehen allerdings auseinander. "Manche befürchten darin ein neues Problem für Schiedsrichter", weiß Bullingham. Der Zeitpunkt für eine Entscheidung des IFAB steht noch nicht fest.
In der Top-Partie der 7. Runde der Premier League, Tottenham gegen Liverpool, kam es zur größten Fehlentscheidung in der jüngeren Vergangenheit. Ein Tor von Liverpool-Flügelflitzer Luiz Diaz wurde zu Unrecht wegen Abseits aberkannt. Obwohl der VAR die Fehlentscheidung wahrnahm. Es kam dabei zu einer Kommunikationsschwierigkeit zwischen Feld-Schiedsrichter und Videoschiedsrichter.