Wenn plötzlich ein Wespennest am Haus auftaucht, soll das Problem meist schnell gelöst werden. Genau diese Eile nutzen immer öfter unseriöse Anbieter aus. Verbraucherschützer und Fachleute warnen vor Fällen, in denen angebliche Schädlingsbekämpfer nach fragwürdiger Arbeit hohe Summen verlangen.
Ein Fall aus Deutschland zeigt das Ausmaß: Eine Frau suchte wegen zweier Wespennester im Internet nach einem Schädlingsbekämpfer. Zwei Mitarbeiter kamen schnell vorbei und verlangten nach dem Einsatz plötzlich mehrere tausend Euro statt der zunächst genannten Summe.
Wie chip.de unter Berufung auf das LKA Nordrhein-Westfalen berichtet, seien solche Vorgehensweisen der Polizei "schon seit geraumer Zeit bekannt" und träten "regelmäßig auf". Die Polizei ordnet die Täter als "falsche Handwerker" ein.
Nach Einschätzung von Fachleuten kosten normale Wespennest-Entfernungen meist zwischen 150 und 250 Euro plus Mehrwertsteuer. Vierstellige Beträge für einen gewöhnlichen Einsatz sind ein massives Warnsignal.
Unseriöse Anbieter kaufen sich häufig weit oben in Suchergebnissen ein und wirken dadurch seriöser, als sie sind. Ein seriöser Betrieb hat eine nachvollziehbare Adresse, ein klares Impressum und kann am Telefon grob erklären, wie vorgegangen wird.
Als typische Warnsignale nennt das LKA: Aufbau von Zeitdruck, Dramatisierung von Gefahren, intransparente Tätigkeiten, auffallend kurze Fachanwendungen, plötzlich stark erhöhte Preise, sofortige Zahlungsaufforderungen und psychologischer Druck statt Beratung.
Das LKA rät, Internetauftritte kritisch zu prüfen: Ein professioneller Auftritt ist kein Beweis für Seriosität. Verbraucher sollten nach genauer Anschrift fragen, ortsansässige Betriebe bevorzugen und mehrere Angebote vergleichen.
Auch wenn ein Wespennest unangenehm ist, muss nicht innerhalb von Minuten entschieden werden. Sinnvoller ist es, gezielt nach regionalen Fachbetrieben über Verbände oder Umweltämter zu suchen. Wer sich bedrängt fühlt, sollte nicht zögern, die Polizei unter 110 zu rufen.