Wien

Lobau-Aktivisten: "Das ist die Ruhe vor dem Sturm"

Ein Sturm setzte den Camps der Wiener Klima-Aktivisten stark zu. Bei den Aufräumarbeiten stellten sie klar: "Wir lassen uns nicht unterkriegen."

Yvonne Mresch
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Die Klima-Aktivisten lassen sich vom Sturm nicht unterkriegen und stellen klar: "Wir machen weiter".
Die Klima-Aktivisten lassen sich vom Sturm nicht unterkriegen und stellen klar: "Wir machen weiter".
Philipp Hutter

Mit über 100 Stundenkilometern fegte der Sturm am Donnerstag durch Wien und traf auch die Camps der Klima-Aktivisten in der Donaustadt, "Heute" berichtete. Wind und zwischenzeitliche Regenfälle setzten den Aktivisten zu, die auf Twitter um Hilfe baten.

"Statt Pause mache ich lieber was für das Klima"

Dem Aufruf in den sozialen Medien folgten zahlreiche Freiwillige, die bei den Aufbauarbeiten unterstützten. "Heute" machte sich ein Bild von der Situation im Camp. Dass der Sturm seine Spuren hinterlassen hat, ist bereits von Weitem sichtbar. Von zwei großen Zelten ist nichts mehr übrig geblieben außer ein paar Stangen. Kleinere Zelte liegen ebenso am Boden wie Holzkisten und andere Utensilien, die der Wind verstreut hat. Den zentralen Schlafplatz der Klima-Aktivisten, die Jute, war allerdings stabil genug und blieb verschont.

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    Der Sturm fegte durch die Zelte.
    Der Sturm fegte durch die Zelte.
    Philipp Hutter

    Die Aufräumarbeiten waren bereits Donnerstag Mittag in vollem Gange. Auch aus den umliegenden Schulen kam Unterstützung. "Ich habe online erfahren, was passiert ist. Jetzt habe ich zwei Freistunden und möchte helfen", erzählt die 18-jährige Noomi. "Statt bei den anderen zu sitzen und zu essen tu ich lieber etwas für das Klima." Auch eine andere, 15-jährige Schülerin nutzte ihre kurze Freizeit, um beim Aufbauen zu helfen. "Es haben sich noch viel mehr Schüler angemeldet, sie kommen nach Unterrichtsschluss. So etwas freut mich besonders", erzählt Aktivistin und Sprecherin Lena Schilling.

    Aufgeben kommt nicht in Frage

    "Xili" und "Efeu" helfen auch mit. Sie zählen zu den Aktivisten der ersten Stunde, harren bereits seit August im Camp aus. Aufgeben kommt für die beiden nicht in Frage, sie wollen sich auch nach der Räumung des Camps in der Hausfeldstraße weiterhin für ihre Ziele einsetzen. "Im Winter war es oft hart und das Wetter eine Herausforderung. Aber jetzt wird es wieder besser, wenn der Frühling kommt", zeigen die beiden sich optimistisch. Geplant haben sie schon so einiges. "Jeden Sonntag gibt es ein Kindermusical hier im Camp. Das kommt immer gut an. Außerdem wird es am Sonntag ab 11 Uhr einen Wilkommenstag für alle Interessierten geben." 

    Die Stadt drückt indes beim Projekt Stadtstraße aufs Gas, die Baustelle sei in Vollbetrieb, erklärte Verkehrsstadträtin Ulli Sima gegenüber dem "Standard". Die Baumfirma versuche nun, die verlorene Zeit einzuholen. Das ehemalige Camp an der Hausfeldstraße wird aktuell von Securities abgesichert. Wie lange das noch so sein wird, wisse man noch nicht. Die Stadträtin geht von einer Fertigstellung des Projektes bis Herbst 2025 aus.

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