Wegen "Lohndiebstahl": Lobau-Besetzer helfen Arbeitern

Um den Lobautunnel zu verhindern, blockieren Umweltaktivisten zwei Baustellen in Wien-Donaustadt. Bauarbeiter, die von "Lohndiebstahl" durch Leihfirmen betroffen sind, wollen sie durch einen Hilfsfonds unterstützen.
Um den Lobautunnel zu verhindern, blockieren Umweltaktivisten zwei Baustellen in Wien-Donaustadt. Bauarbeiter, die von "Lohndiebstahl" durch Leihfirmen betroffen sind, wollen sie durch einen Hilfsfonds unterstützen.System Change not Climate Change
Leiharbeitern würden wegen der blockierten Baustellen Löhne vorenthalten werden, so die Aktivisten. Nun bittet man um Spenden für einen Hilfsfonds.

Seit Wochen steht alles still: Als Protest gegen den Lobautunnel halten Klimaaktivisten auf der Hirschstettner Straße und Hausfeldstraße (Donaustadt) zwei Baustellen besetzt. Für Leiharbeiter bedeutet ein verlorener Arbeitstag den Verlust von 100 Euro. Dass hätten Aktivisten in Gesprächen mit Bauarbeitern erfahren: “Einige haben uns erzählt, dass ihnen Lohn vorenthalten wird, solange die Baustellen stillstehen", sagt Lena Schilling vom Jugendrat. 

Redeverbot für Bauarbeiter

Bestätigt wird das gegenüber "Heute" von Sprecherin Laura Grossmann von "System Change, not Climate Change". Die Bauarbeiter seien nicht gegen die Besetzung, offiziell würden sich die Arbeiter aber nicht trauen, etwas zu sagen. "Ihnen ist von den Arbeitgebern verboten worden, mit uns zu sprechen", schildert Grossmann. Aus Solidarität mit ihnen, wurde am Montag einen Lohnausfallsfonds gestartet. Über 1.000 Euro seien für die Arbeiter bereits zusammengekommen. Auf der Website können Betroffene "Lohndiebstahl" melden und Unterstützer spenden: 100 Euro ersetzt einen ganzen Arbeitstag, aber auch kleinere und größere Spenden sind willkommen.

"Uns ist klar, dass wir nicht jedem seinen Lohn ersetzen können. Wir wollen aber Solidarität zeigen und dass unsere Aktionen nicht gegen die Arbeiter gerichtet sind" so Grossmann zu "Heute". Mit Arbeiterkammer und der MA 28 (Straßenverwaltung und Straßenbau) habe man ebenfalls Kontakt aufgenommen.

"Die Arbeiter sind nicht unsere Gegner"

"Klimaschutz und soziale Themen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Arbeiter sind nicht unsere Gegner", hält man in einer Presseaussendung fest. Dass Klimaschutz nicht auf dem Rücken der Arbeiter ausgetragen werden darf, stellt auch Grossmann fest: "Stattdessen braucht es eine gesamtgesellschaftliche Lösung für Menschen, die ihre Jobs verlieren, wenn wir klimagerechter leben und fossile Jobs obsolet sind", erklärt sie.

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