"Magazza, das ist ein altbosnisches Wort für einen Laden in einem alten Dorf, wo es einfach alles gibt", erklärt Edin Islamovic (50) den Namen für sein neues Lokal in der Mariahilfer Straße 149 (Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus).
So ein stylishes Lokal erwartet man zunächst gar nicht in dieser Gegend hinter dem Wiener Westbahnhof. Und doch: "Ich glaube, diese Gegend ist im Kommen", so Edin Islamovic.
Sein Vater führte bereits ein Gasthaus in Bosnien. "Während die anderen Kinder Fußball spielten, spülte ich Gläser". Heute versteht sich Edin Islamovic als Austro-Bosnier. "Das ist eine gute Mischung. Daraus ist alles entstanden, was ich heute bin". Und das ist nicht wenig. Das neue Lokal ist nur das Sahnehäubchen eines im Bereich Gast- und Gastrogewerbe sehenswerten Portfolios.
So kam eines zum anderen, nach einem Jahr Umbau ist nun ein schöner Ort entstanden mit 35 Plätzen, lauschigen Sitzecken, entspannter Musik, gemütlichem Licht und prächtigen Blumenarrangements. Ein guter Ort zum Essen, Trinken, Verweilen und Plaudern.
Frühstück gibt es im Magazza ab 8,90 Euro: Zum Beispiel die Veggie Etagere mit Avocado, Hummus, Paprika dip (Ajvar), Cherry Tomaten und Paprika Streifen (schmeckt!). Edin Islamovics persönlicher Favorit sind die "Mama Eier". Die heißen so, weil von der Firma Mama das Ajvar kommt, das auf den Frühstücksbroten ist. In dem Gericht sind zwei Rühreier, Schafskäse, Bresaola (Rinderschinken), Paprika dip (Ajvar) auf Sauerteigbrot – Preis um 11,90 Euro.
"Heute" hat Ei-Benedikt gekostet: Putenschinken, zwei poschierte Eier, Sauce Hollandaise, auf Sauerteigbrot und Pflücksalat um 11,90 Euro (Tipp!!). Auch die Magazza Etagere war vorzüglich: Butterkäse, Hartkäse, Putenschinken, Prosciutto, Butter, Marmelade, ein hartgekochtes Ei, Croissant, Brot, Crunchy Joghurt um 11,90. Alle Gerichte kommen jeweils in großen, sättigenden Portionen. Mittags gibt es zudem jeden Tag eine Tagessuppe plus drei verschiedene Pastagerichte zur Wahl – fix um 12,90 Euro.
Das Wichtigste nach einer Mahlzeit ist natürlich: der Kaffee. Auch der bekommt volle Punktzahl und stammt von "Hausbrandt" aus Triest, Italien. In den flüssigen Nachspeisen liegt eigentlich auch der Ursprung des Lokals: "Ich bin Distributor für Edelbrände aus Bosnien – ich wollte zunächst nur einen Laden für die Promotion und Degustation". Dann hat er sich gedacht, "Ich mache gleich ein Lokal draus." Zwei Edelbrände hat er zusammen mit seinen Freunden von der Band Dubioza Kolektiv entwickelt. Sie heißen Maksuzija und Dubioza und können gekostet und auch für Zuhause gekauft werden.
Am Abend verwandelt sich der Ort in eine coole Aperitivo- und Cocktail-Lounge mit Signature Drinks wie Magazza Sauer mit Patron Reposado, Quittenlikör, Quittenmus, Zitronensaft, Simple Sirup und getrockneter Quitte. Aber auch Klassiker wie Espresso Martini, Moscow Mule oder Negroni stehen auf dem großzügigen Promille-Programm.
"Wien ist für mich die schönste Stadt der Welt. Ich weiß sehr zu schätzen, was hier alles gut funktioniert. Ich bin 1992 auf dem Rücksitz eines Autos aus Sarajevo nach Wien gekommen, ohne Deutschkenntnisse, ohne Dokumente, ohne Kapital – ich habe hier sozusagen bei minus acht angefangen. Ich denke, normale fleißige Menschen können hier alles erreichen. In Österreich können Träume wahr werden."
Nichts im Leben ist selbstverständlich. Edin Islamovic findet, Lob ist ein sehr wichtiges Wort. "Mitarbeiter loben, Nachbarn loben, den Staat loben", das sei wichtig. Andersherum will er nicht viel Werbung für sein neues Lokal machen: "Das Essen muss sich selbst beweisen." Wenn es gut ist, würden die Leute eh wieder kommen.