Niederösterreich

Löhne im Bezirk Amstetten top, in Krems-Land flop

Wie viel man verdient, hat in Niederösterreich viel damit zu tun, wo man arbeitet.
Erich Wessely
18.12.2022, 12:57
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Die Wahl des Arbeitsplatz-Standortes hat durchaus einiges damit zu tun, wie viel man verdient. Die Höhe von Gehältern klafft in den nö. Bezirken nämlich weit auseinander.

Das zeigt die jüngste Einkommensanalyse der NÖ Arbeiterkammer (AKNÖ), die das mittlere monatliche Brutto-Einkommen – das sogenannte „Medianeinkommen“ – als Messzahl heranzieht, wie auch der "NÖ Wirtschaftspressedienst" berichtet.

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Westliches Niederösterreich top

Am besten verdient man demnach im westlichsten Bezirk des Landes. 2021 betrug das mittlere Brutto-Monatseinkommen in Amstetten 2.600 Euro. Das sind um 231 Euro oder 9,7 Prozent mehr als der Durchschnittsverdienst in Niederösterreich. Gegenüber dem einkommensschwächsten nö. Bezirk Krems-Land, wo das Medianeinkommen nur 1.889 Euro ausmacht, erhalten die Amstettner Arbeitnehmer sogar um 711 Euro mehr.

Nur neun Bezirke über NÖ-Schnitt

Löhne und Gehälter über dem NÖ Durchschnittseinkommen von 2.369 Euro wurden 2021 nur in neun Bezirken gezahlt, nämlich in Amstetten, Scheibbs, Gmünd, Lilienfeld, Wiener Neustadt-Land, Mödling und Bruck/Leitha sowie in den beiden Statutarstädten St. Pölten und Waidhofen/Ybbs. In allen anderen NÖ Bezirken hingegen lag das mittlere Brutto-Monatseinkommen entweder knapp oder deutlich darunter.

NÖ lediglich auf achtem Platz

Im Bundesländer-Ranking erreicht Niederösterreich hinter Tirol lediglich den achten und vorletzten Platz. Am meisten verdienen Arbeitnehmer in Vorarlberg mit einem Medianeinkommen von 2.634 Euro, am wenigsten im Burgenland mit 2.157 Euro. „Die steigenden Preise bei Energie, Wohnen und Lebensmitteln belasten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer massiv“, stellt AKNÖ-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser fest. Es brauche deutlich mehr Entlastung.

Bezirk Amstetten wirtschaftliches Zugpferd

Teilweise höchst bemerkenswerte Resultate liefert die AKNÖ-Studie, betrachtet man die Entwicklung der Einkommen in den einzelnen NÖ Regionen. Demnach weist das Mostviertel das höchste Einkommensniveau auf. Wirtschaftliches Zugpferd dort ist eindeutig der Bezirk Amstetten. Hier lag das Medianeinkommen 2021 um 433 Euro über jenem von Melk. Aber: In Amstetten sind die Einkommensunterschiede zwischen männlichen und weiblichen Arbeitnehmern besonders groß. In diesem Bezirk verdienen Frauen – auch weil sie kaum in beruflichen Top-Positionen anzutreffen sind – um fast 42 Prozent weniger als Männer.

Die Region mit dem zweithöchsten Einkommensniveau in Niederösterreich ist der Zentralraum. Bei Betrachtung der Detailergebnisse fällt hier insbesondere der große Einkommensunterschied zwischen dem einkommenstärksten Bezirk St. Pölten-Stadt und dem einkommenschwächsten Krems-Land auf: Die Differenz macht beachtliche 706 Euro aus.

Industrieviertel am absteigenden Ast

"Seine einstige Spitzenposition bei den Einkommen von Arbeitern und Angestellten in Niederösterreich hat das Industrieviertel schon lange verloren, im NÖ Regionen-Ranking reicht es nur noch zu Platz drei. Das durch die Beschäftigtenzahl gewichtete Durchschnitts-Medianeinkommen der Bezirke Baden, Bruck/Leitha, Mödling, Neunkirchen, Wiener Neustadt-Stadt und Wiener Neustadt-Land lag 2021 in Summe um 1,5 Prozent unter dem NÖ Landesniveau. Bemerkenswert ist, dass trotz der Größe des Industrieviertels die Bezirksergebnisse verhältnismäßig nahe beieinander liegen", heißt es seitens des "NÖ Wirtschaftspressedienstes".

So sieht Situation im Wald- und Weinviertel aus

Zwar konnte das traditionell einkommensschwache Waldviertel in den letzten Jahren einigen Boden zum Landesmedian gutmachen, die Einkommen in den Bezirken Horn, Gmünd, Zwettl und Waidhofen/Thaya liegen aber noch immer um 3,2 Prozent unter dem NÖ Durchschnitt. Erfreulich: Allein betrachtet nimmt Gmünd mit einem Medianeinkommen von 2.462 Euro und einem um 3,9 Prozent höheren Einkommensniveau als dem landesweiten den guten vierten Platz im NÖ Bezirks-Ranking ein.

Am wenigsten verdient man in Niederösterreich im Weinviertel. Um 11,6 Prozent lagen die Einkommen 2021 in den Bezirken Hollabrunn, Korneuburg, Mistelbach und Gänserndorf unter dem Landesmedian. Große Unterschiede in der Höhe von Löhnen und Gehältern gibt es in diesem NÖ Landesviertel nicht nur zwischen Spitzen- und Wenigverdienern, sondern auch unter den einzelnen Bezirken: Die Einkommensdifferenz zwischen Korneuburg und Hollabrunn beträgt 298 Euro, fasst der "NÖ Wirtschaftspressedienst" zusammen.