Frauenministerin Heinisch-Hosek hat am Montag einen Gehaltsrechner präsentiert. Dieses Online-Tool soll vor allem für Frauen mehr Transparenz bei den Löhnen bringen. "Dieser Satz 'Über Geld spricht man nicht' ist ab heute Geschichte", stellte sie bei der Pressekonferenz vor dem Equal Pay Day, dem Tag der Lohngerechtigkeit, fest.
Frauenministerin Heinisch-Hosek hat am Montag einen Gehaltsrechner präsentiert. Dieses Online-Tool soll vor allem für Frauen mehr Transparenz bei den Löhnen bringen. "Dieser Satz 'Über Geld spricht man nicht' ist ab heute Geschichte", stellte sie bei der Pressekonferenz vor dem Equal Pay Day, dem Tag der Lohngerechtigkeit, fest.
Frauen verdienen im Durchschnitt rund ein Viertel weniger als ihre männlichen Kollegen und mit diesem Wert belegt Österreich im europäischen Vergleich (durchschnittlich 17,1 Prozent Differenz) noch immer die hintersten Plätze. "Das ist ein Armutszeugnis", so Heinisch-Hosek.
Nach der Verpflichtung zum Einkommensbericht und zur Angabe des Mindestlohns in Stellenanzeigen sei der Gehaltsrechner ein weiterer "Mosaikstein" zu mehr Einkommensgerechtigkeit. Rund 70 Prozent der etwa 200 betroffenen Unternehmen haben per 31. Juli Einkommensberichte vorgelegt. Die Ministerin zeigte sich überzeugt, dass bis Jahresende auch die restlichen Firmen diese internen Berichte erstellen werden.
Nicht zufrieden ist sie derzeit noch mit der Situation bei den Stelleninseraten. Hier halten sich erst 80 Prozent der Unternehmen an die verpflichtende Angabe des Mindestgehalts. Verwaltungsstrafen drohen jedoch erst 2012.
Die Grünen fordern indes Kollektivverträge auf versteckte Diskriminierungspotenziale zu überprüfen, eine paritätische Zusammensetzung von KV-Verhandlungsteams sowie einen gesetzlichen Mindestlohn von 1.300 Euro. Auch das BZÖ bekräftigte die Forderung nach 1.300 Euro Mindestlohn. Die GPA-djp pocht auf eine Sonderkollektivvertragsrunde für Frauen und die Anrechnung von Karenzzeiten für die Lohn- und Gehaltsentwicklung. Diese Forderung unterstützen auch die Freiheitlichen.
APA/red.