So verhindert Lokalchef den "Identitären"-Auftritt

Martin Sellner, Kopf der "Identitären", der einen Auftritt in einem Währinger Cafe plante, musste umsiedeln. Dort will man keine "politischen Inszenierungen".

Eine Woche voller Rückschläge für den Chef der "Identitären Bewegung" Martin Sellner: Zuerst durchsuchte die Exekutive seine Wohnung, weil der Christchurch-Attentäter 1.500 Euro an den Verein beziehungsweise ihm als Person gespendet hatte. Nach der Razzia teilte die Regierung mit, die Auflösung der "Identitären" prüfen zu wollen.

Bereits zuvor kappte jedoch Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) seine Verbindungen zu den "Identitären" auf Facebook, in dem er einen wohlwollend geteilten Kommentar des Vereins löschte. Strache hatte 2016 die Identitären als "junge Aktivisten einer nicht linken Zivilgesellschaft" bezeichnet.

Am Donnerstag verlautbarte Sellner per Twitter, dass ihm das US-Visum wegen seines "Hintergrundes" entzogen wurde und er damit wohl seine Hochzeitspläne mit US-Autorin und YouTuberin Brittany Pettibone nicht in den USA durchführen werde können. Pettibone gilt als eine Promoterin der "Neuen Rechten" in den USA.

Nicht erwünscht

Nun wollte er laut Sellner wegen eben jener drohenden Vereinsauflösung eine Art Pressekonferenz, ein Gespräch, in einem Cafe in Währing abhalten – daraus wurde aber nichts. Sein geplanter Auftritt am Freitag um 16 Uhr fiel ins Wasser.

Die Begründung des Lokalbetreibers: "Ab 15 Uhr geschlossen! Hier kann man gerne Kaffee trinken – aber wir bieten keine Bühne für politische Inszenierungen!!", stand auf einem Schild zu lesen.

Wie bekannt wurde, war Sellner deshalb in den naheliegenden Türkenschanzpark (ebenfalls Währing) umgesiedelt. Die Polizei bestätigte den neuen Ortswechsel.

An SPÖ gespendet

Bei der Pressekonferenz selbst beklagte Sellner dann die "mediale Vorverurteilung" seiner Person. Und wiederholte, dass der Christchurch-Attentäter ihm eine Spende von 1.500 Euro vermutlich deswegen habe zukommen lassen, um der Gruppierung zu schaden. Warum er die Spende als Einzelperson und nicht der Verein sie erhalten habe? Weil er mit der Identitären Bewegung gleichgesetzt werden würde, mutmaßte Sellner.

Wieder kündigte Sellner an, die Spende des Christchurch-Attentäters an karitative Organisationen spenden zu wollen, er sei aber noch "auf der Suche" nach geeigneten Organisationen. Mit einer skurrilen Begründung habe er aber nun 15 Euro an die SPÖ gespendet. Denn wenn er wegen der Spende des Christchurch-Täters unter Verdacht gerate und eine Hausdurchsduchung die Folge sei, dann sei nun auch die SPÖ Teil des "Systems". Und wenn man die "Identitären zerschlagen" wolle, dann müsse sich das jetzt auch gegen die SPÖ richten, so Sellner.

(bai)

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