May will Brexit-Abstimmung verschieben

Die britische Premierministerin Theresa May.
Die britische Premierministerin Theresa May.Bild: Reuters

Der britischen Premierministerin Theresa May droht bei der Parlamentsabstimmung über den Brexit-Vertrag eine Niederlage. Will sie deshalb in Brüssel nochmals verhandeln?

Die britische Premierministerin Theresa May beabsichtigt, die für Dienstag angesetzte Parlamentsabstimmung über den EU-Brexit-Vertrag angesichts einer drohenden Niederlage zu verschieben. Dies geht aus einem Zeitungsbericht hervor.

Stattdessen wolle May noch einmal nach Brüssel reisen und bessere Bedingungen für ihr Land einfordern, berichtete die "Sunday Times". Die Zeitung berief sich auf Minister und Berater, die nach eigenen Angaben davon ausgingen, dass May die Verschiebung noch an diesem Sonntag bekanntgibt.

"Downing Street" bestätigte allerdings noch in der Nacht auf Sonntag der britischen Nachrichtenagentur PA, dass man an dem Zeitplan für die Abstimmung festhalte.

Es wird allerdings weitgehend damit gerechnet, dass der von der Regierung und der EU ausgehandelte Vertrag über den Austritt Großbritanniens in seiner jetzigen Form im Unterhaus abgelehnt werden dürfte. Die Minister befürchten dem Bericht zufolge, die Niederlage könnte so hoch ausfallen, dass in der Folge die Regierung abtrete. Sie hätten May daher gesagt, dass die Vereinbarung mit der EU nachgebessert werden müsse.

Corbyn warte nur auf Neuwahlen

May hat wiederholt erklärt, dass der jetzige Vertrag der einzige sei, der auf dem Tisch liege. Die Alternativen wären ein ungeordneter Austritt aus der EU oder womöglich gar kein Brexit. Laut "Sunday Times" schmieden einige Minister Pläne für ein zweites Referendum.

In einem Interview mit der "Daily Mail" vom Sonntag warnte May indes die Mitglieder ihrer Partei davor, gegen den Brexit-Deal zu stimmen. Ein Nein würde dem Land große Unsicherheit bringen und bringe auch die Gefahr mit sich, dass Großbritannien nicht die EU verlasse. "Wenn ihr den Brexit wollt, dann holt ihn euch, und darum geht es bei diesem Deal", sagte sie.

Oppositionsführer Jeremy Corbyn warte nur darauf, Neuwahlen um jeden Preis zu erzwingen. "Ich glaube, Jeremy Corbyn an der Macht ist ein Risiko, das wir uns nicht leisten können."

Schlau in 90 Sekunden: Brexit neu:

(Video: heute.at)

(red)

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