Schon seit Mittwochabend steht der Flughafen Gatwick still: Wegen mehrerer gesichteter Drohnen kann kein Flieger landen oder abheben – völliges Chaos ist ausgebrochen. Obwohl Polizei und sogar schon die Armee zur Unterstützung geholt wurden, sind am Donnerstagabend erneut Drohnen gesichtet worden. Das Start- und Landeverbot muss somit aufrecht bleiben.
"Das ist eine präzise geplante Aktivität, die darauf ausgelegt wurde, den Flughafen lahmzulegen und maximale Behinderungen in der Vorweihnachtszeit zu bringen", so Gatwick-Geschäftsführer Stewart Wingate in einer Stellungnahme.
Am Donnerstag waren bereits 115.000 Flugpassagiere betroffen. Am Freitag, zum Start des Weihnachtswochenendes, sind es noch mehr: 126.000 Reisende. Um zumindest einige Flüge abfertigen zu können, sollen Nachflugverbote an anderen Flughäfen vorübergehend aufgehoben werden.
Der Flughafen Gatwick liegt südlich der britischen Hauptstadt London. Er ist nach Heathrow der zweitgrößte Airport des Landes und der siebtgröße Europas. Jedes Jahr werden knapp 45 Millionen Passagiere abgefertigt, obwohl der Flughafen nur über eine Start- und Landebahn verfügt.
Hintergründe unklar
Premierministerin Theresa May kündigte harte Strafen für die Verantwortlichen an: "Die Aktivität, die wir gesehen haben, ist illegal und wer dabei erwischt wird, Flugzeuge in Gefahr zu bringen, kann eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren bekommen." Nach wie vor ist völlig unklar, wer hinter der Störaktion steckt. Medienberichten zufolge wäre denkbar, dass ein radikaler Öko-Aktivist das Chaos verursacht.
In den ersten 24 Stunden nach Einstellung des Flugbetriebs zählte die Polizei mehr als 50 Drohnen-Sichtungen.
Österreicher betroffen
Auch zahlreiche Österreicher müssen nun um ihre Flüge in die Heimat zittern. Auf den Flughäfen Wien-Schwechat, Salzburg und Innsbruck kam es wegen der Störaktion am Donnerstag zu vielen Verspätungen und Streichungen von Flügen nach und von London-Gatwick.
Der Flughafen Gatwick empfiehlt den Passagieren auch am Freitagmorgen, den Status ihres Fluges bei ihrer Fluggesellschaft zu überprüfen, bevor sie zum Flughafen reisen. "Wir arbeiten derzeit mit Fluggesellschaften und Fluglotsen zusammen, um in den nächsten Stunden eine begrenzte Anzahl von Flügen einzuführen."
Sind Sie vom Flug-Chaos in London betroffen? Schicken Sie uns eine Nachricht an [email protected] und berichten uns von Ihrem Erlebnis. (red)