"Ist der Staatsanwalt nett, ist alles im März beendet"

Rapperin Loredana hat sich in einem Interview ­zu ihrer Musik, der Liebe zur Schweiz und zum Geld geäußerst. Auch die Betrugsvorwürfe waren ein Thema.
Rapperin Loredana Zefi führt ein bewegtes Leben: Letzten Sonntag wurde die Luzernerin mit albanischen Wurzeln bei den MTV Europe Music Awards als beste Schweizer Künstlerin ausgezeichnet. Seit der Trennung von ihrem Ehemann Mozzik vor einigen Wochen ist sie alleinerziehende Mutter, ihre Tochter Hana wird im Dezember ein Jahr alt. Erst im September veröffentlichte sie ihre erste LP "King Lori". Ihre Videos werden auf Youtube millionenfach angeklickt, auf Instagram folgen der Rapperin über zwei Millionen Personen.

Loredana gewinnt MTV-Award und trifft Ronaldo



"Wann schläfst du genau?", fragte zu Recht Musikredakteur Lukie Wyniger im Exklusivinterview auf "SRF-Virus". Loredanas Antwort: "Auf der Autobahn." Dann stellt sie klar: "Als Musiker hast du meistens drei Monate viel zu tun, und dann ist man für drei Monate wieder zu Hause am Chillen." Zu ihrem Ex-Mann Mozzik – Vater von Hana – hat sie einen freundschaftlichen, aber begrenzten Kontakt, gibt Loredana zu.

CommentCreated with Sketch.4 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Die Schweiz ist ihre Heimat

Mit 19 sei sie vom Elternhaus in Emmenbrücke ausgezogen, erzählt Loredana. Zuerst nach Luzern, kürzlich zog sie nach Zürich. In Emmenbrücke sei sie noch oft, schließlich befindet sich dort ihr Lieblingsrestaurant. Nach Deutschland ziehen wolle sie allerdings nicht, betont sie. "Ich glaube, ich würde die Schweiz für nichts verlassen."

Ihr Umgang mit Hatern

Ihr Erfolg als Musikerin und die Ermittlungen gegen sie wegen Betrugs (es gilt die Unschuldsvermutung) hätten viele Hater auf den Plan gerufen. "So etwas nehme ich nicht ernst", sagte Loredana dazu. "Solange der Staat nett und gutmütig ist und mir gibt, was ich verdiene, bin ich zufrieden."

Die Rapperin nimmt sich jeden Abend eine Stunde Zeit, um die Kommentare auf Insta zu lesen. Beleidigungen werden dann gelöscht, unanständige Follower blockiert, sagt sie.

Ihre Anfänge in der Musik

Mit 18 habe sie begonnen, Musik zu machen. Anfänglich für andere, dann für sich selbst. Der Durchbruch sei mit dem Lied "Sonnenbrille" gekommen. Heutzutage schreibe sie die Texte für rund 70 Prozent eines Albums, der Rest stamme von ihrem Produzenten Macloud, sagt sie.

Die Schweizer Musikszene kenne sie nicht so gut, gesteht Loredana. Sie mag allerdings Bligg und EAZ, XEN oder Baba Uslander. Lo & Leduc hingegen sagen ihr absolut gar nichts. Sie sei aber ein großer Justin-Bieber-Fan, erklärt die Luzernerin zur Überraschung des Moderators.

Teilnahme am Openair Frauenfeld 2020

Die Rapperin findet es schade, dass sie im vergangenen Sommer ihre Teilnahme am Frauenfeld Open Air absagen musste, "weil wir Schweizer Künstler immer auf Festivals warten". Auf der anderen Seite sei sie froh darüber gewesen, "weil ich zu dem Zeitpunkt ein totales Chaos in der Schweiz hatte." Dafür verrät sie, dass sie im kommenden Jahr am Openair Frauenfeld auftreten wird.

Ihre Hoffnung auf einen "netten" Staatsanwalt

Sie wünsche sich, dass das Chaos in der Schweiz endlich beendet sei, um zurückzukehren, erklärt Loredana. Auf die Frage, wann damit zu rechnen sei: "Wenn der Staatsanwalt nett ist, dann beendet er das irgendwann im März. Ich hoffe es."

Die Rolle vom Geld

Loredana sieht sich weder als Vorbild für die Jungen noch als Influencerin. Geld ist für die Rapperin wichtig. "20 Prozent von dem, was ich verdiene, gebe ich aus", sagt sie. 80 Prozent lege sie auf die Seite, um die Zukunft ihrer Tochter abzusichern. Loredana wolle vor allem verhindern, dass ihre Tochter eines Tages einen Mann suchen müsse, der viel Geld hat. "In der Schweiz findet jeder seinen Weg, aber nur, wenn er Geld hat", sagt die Musikerin.

Sie selber prahle mit Geld, so wie es in der Rapper-Szene üblich sei, gibt Loredana zu. Sie versteht aber nicht, wieso die Leute das als Provokation verstehen. Sie habe immer dafür gekämpft, bodenständig zu sein. "Darum habe ich auch ein Kind gemacht, damit ich nicht hochnäsig werde", sagt die 24-Jährige.

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