"700.000 Franken sind hier eine Kleinigkeit"

Die Schweizer Rapperin hat sich bei einer Pressekonferenz in Pristina zu den Betrugsvorwürfen geäußert. (Video: 20 Minuten)
Die Schweizer Rapperin hat sich bei einer Pressekonferenz in Pristina zu den Betrugsvorwürfen geäußert. (Video: 20 Minuten)
Die Rapperin Loredana soll einem Walliser Ehepaar umgerechnet 610.000 Euro abgenommen haben. In einem 5-Sterne-Hotel in Pristina stellte sie sich der Öffentlichkeit.
Mit einer großen schwarzen Sonnenbrille und komplett in weiß: So erschien Loredana Zefi am Freitag zu der Pressekonferenz im Hotel Emerald nahe der kosovarischen Hauptstadt Pristina. Begleitet wurde sie von ihrem Ehemann, dem kosovarischen Star-Anwalt Tomë Gashi und dem Luzerner Anwalt Artan Sadiku.

Sie stellte sich damit erstmals der Öffentlichkeit, nachdem bekannt wurde, dass die einem Walliser Ehepaar 700.000 Franken, umgerechnet 610.000 Euro, abgenommen haben soll. Gegen Loredana wird in der Schweiz wegen Betrugs ermittelt.

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Wer eine organisierte Pressekonferenz oder Reue erwartete, wurde enttäuscht. Stattdessen kam die Rapperin immer wieder darauf zurück, dass sie für einen Videodreh im Kosovo sei, sprach von ihrem Talent und wie wichtig ihre Familie ihr sei.

CommentCreated with Sketch.20 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. "Alles geschah auf freiwilliger Basis"

Ab und zu gab es auch Antworten zu dem Betrugsvorwurf im Fall von Petra Z.: Laut Loredana habe der Fall bereits 2016 begonnen. Damals habe sie nichts davon gewusst. Involviert seien verschiedene Familienmitglieder von ihr. Über diese wollte sie sich aber nicht weiter äußern.

Die Bilder der Pressekonferenz:



Als sie 2018 davon erfahren habe, habe sie sowohl dem Opfer als auch ihren Familienangehörigen helfen wollen. Sie habe erst vor kurzem erfahren, dass das Opfer das Geld noch nicht zurückerhalten hat. Außerdem betonte Loredana, dass das Geld auf freiwilliger Basis geflossen sei. Es sei kein Zwang und auch kein Betrug im Spiel gewesen.

"Schweizer Medien haben mich zu wenig gewürdigt"

Während sich die Rapperin und ihre Begleitpersonen zu Beginn als geschlossene Front präsentierten, wurde schnell klar, dass die Mauer bröckelt: Immer wieder waren sie und der kosovarische Anwalt Gashi nicht einer Meinung. Bei ihm kam schnell das Gefühl auf, dass er vor allem anwesend war, weil es sich bei der Beschuldigten um eine erfolgreiche Rapperin handelt.

Einmal meinte er zu Loredana: "Sag du jetzt nichts mehr." Trotzdem hielt sich die Rapperin nicht daran: Als es um ihre Karriere ging, stand sie etwas wütend auf, fuchtelte mit der Hand herum und erklärte, dass die Schweizer Medien ihren Erfolg nicht genügend gewürdigt hätten. Ehemann Mozzik bat sie immer wieder, sich zu setzen.

"700.000 Franken sind in der Schweiz eine Kleinigkeit"

Auch verhielt sich Gashi etwas unprofessionell: Er machte Loredana und Mozzik nicht nur immer wieder Komplimente sondern beleidigte die anwesenden Journalisten. Zum Fall von Petra Z. meinte er: "700.000 tönen nach viel Geld, aber in der Schweiz, wo der Lebensstandard so hoch ist, ist diese Summe eine Kleinigkeit."

Und: "Wenn Loredana für die Albaner in der Schweiz steht, ist das sehr positiv."

Die Pressekonferenz nahm nach rund einer Stunde ein abruptes Ende: Loredana und ihre Begleiter verließen den Saal, ohne sich wirklich von den Anwesenden zu verabschieden.

(20 Minuten)

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