Lueger-Denkmal beschmiert: Petition fordert Abriss

Das Lueger-Denkmal im ersten Bezirk ist heftig umstritten.
Das Lueger-Denkmal im ersten Bezirk ist heftig umstritten.picturedesk.com
Das Denkmal des umstrittenen ehemaligen Wiener Bürgermeisters Karl Lueger wurde mit rosa Farbe beschmiert. Gleichzeitig startete auch eine Petition.

Im Zuge der "Black Lives Matter"-Bewegung ist der Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung auch in Österreich in den Fokus gerückt. Bei Protesten in Großbritannien und den USA wurde Statuen von Sklavenhändlern und Kolonialisten abgenommen. Das "Netzwerk freier Fotojournalist*innen" zeigt nun auf Twitter Fotos vom Lueger-Denkmal in Wien, das mit rosa Farbe beschmiert wurde.

Karl Lueger war von 1897 bis 1910 Bürgermeister von Wien und Gründer der Christlichsozialen Partei. Er galt einerseits als wichtiger Kommunalpolitiker und trieb die Entwicklung Wiens zu einer modernen Großstadt voran, andererseits war er auch Begründer des populistischen Antisemitismus.

Straßennamen sorgen für heftige Kontroversen

Luegers Person ist bis heute Gegenstand heftiger Kontroversen. Dass sein Name Straßen und Denkmäler ziert, ist umstritten. 2012 wurde nach einer langen Debatte der "Dr.-Karl-Lueger-Ring" in "Universitätsring" umbenannt. 

Nach wie vor exisitiert aber noch der "Dr.-Karl-Lueger-Platz" im ersten Bezirk und das Denkmal. Offizielle Bestrebungen, den Platz umzubenennen, gibt es bisher nicht. Ein Zusatzschild kontextualisiert die problematische Geschichte.

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Florian Wenninger von der Historikerkommission verstehe nicht, warum die antisemitische Grundhaltung des Namensgebers nicht für eine flächendeckende Umbenennung gereicht hatte. Oliver Rathkolb, Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte, sieht das anders und meint, dass der Platz seinen Namen behalten solle. 

"Ihn einfach auszuradieren wäre politisch gefährlich", erklärte Rathkolb gegenüber dem "Standard. Der Platz könne laut ihm als "Stachel im Fleisch" die Diskussion um wachsenden Antisemitismus und Rassismus wachhalten.

Platz als Treffpunkt für rechte Anhänger

Von von der Sozialistischen Jugend Wiener Neustadt wurde am Dienstag eine Petition gestartet, welche fordert, dass Denkmal zu entfernen und die Straßennamen zu ändern." Dr. Karl Lueger war ein Antisemit und gilt als ein Vorbild Hitlers. Sein Name ziert aber immer noch Straßen Wiens, wir wollen das sich das ändert. Wir wollen, dass eine Statue dieses Antisemiten in Wien nicht existiert und die Straßen die nach ihm benannt sind umgeändert werden", heißt es in der Petition.

Über 100 Personen haben bisher unterschrieben. Anlässlich Luegers Todestag organisierten rechtsextreme Aktivisten am 10. März eine Gedenkveranstaltung am Dr.-Karl-Lueger-Platz, an der auch Identitären-Chef Martin Sellner teilnahm.

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