Bei einem Luftangriff der Militärjunta auf ein buddhistisches Kloster in Myanmar sind laut oppositionellen Augenzeugen mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. "Während wir versuchten, Menschen zu retten, kam das Flugzeug zurück und bombardierte den Ort ein zweites Mal", schilderte ein örtlicher Kämpfer der pro-demokratischen Opposition am Samstag der Nachrichtenagentur AFP den Angriff in der zentralen Region Sagaing. Die Toten stammen laut Angaben aus verschiedenen Dörfern.
Ein weiterer Kämpfer berichtete, dass sich der Angriff am Freitag in der Früh gezielt gegen die Klosterhalle in der Siedlung Myaung gerichtet habe. Im Kloster hatten sich Zivilisten zur Meditation anlässlich der buddhistischen Fastenzeit versammelt, erklärte er AFP am Freitag.
Zum Zeitpunkt des Angriffs hätten sich ältere Menschen wegen der Fastenzeit für drei Monate im Meditationszentrum aufgehalten. "Die Getöteten waren zwischen 50 und 70 Jahre alt", ergänzte der Augenzeuge. Er betonte auch: Bei dem Angriff habe es sich nicht um ein Versehen gehandelt. "Sie haben gezielt ein Kloster angegriffen."
Die Militärjunta in Myanmar hat laut Angaben der UNO zuletzt ihre Luftangriffe auf Zivilisten verstärkt. Dem Jahresbericht des Unabhängigen Untersuchungsmechanismus für Myanmar (IIMM) der Vereinten Nationen zufolge, der Anfang August vorgestellt wurde, richten sich die Angriffe gegen Wohnhäuser, Schulen, Spitäler, religiöse Stätten und Flüchtlingslager.
Der frühere Junta-Chef und jetzige Präsident Min Aung Hlaing hatte 2021 einen Militärputsch in Myanmar angeführt. Dabei wurde die demokratisch gewählte Präsidentin Aung San Suu Kyi samt ihrer Regierung aus dem Amt gedrängt. Durch den Bürgerkrieg, der nach dem Putsch ausgebrochen ist, wurden mehr als 100.000 Menschen getötet.