Bei der Lufthansa spitzt sich der Arbeitskampf dramatisch zu. Das Kabinenpersonal will ab Mittwoch 0.01 Uhr bis Donnerstag kurz vor Mitternacht streiken. Betroffen sind alle Abflüge der Kernmarke Lufthansa von Frankfurt und München sowie alle Flüge der Lufthansa-Tochter Cityline von neun deutschen Flughäfen.
Damit setzt sich eine beispiellose Streikwelle fort. Bereits am Freitag hatten die Flugbegleiter für einen Tag die Arbeit niedergelegt. Aktuell streiken zudem die Piloten - am Montag und Dienstag verweigern sie den Dienst.
Wie n-tv.de berichtet, macht die Gewerkschaft UFO das Unternehmen für die Eskalation verantwortlich. Tarifexperte Harry Jäger kritisierte: "Wir haben es hier mit einer Arbeitgeberseite zu tun, die sich in einer Hardliner-Position eingerichtet hat, während sie unentwegt verkündet, jederzeit verhandlungsbereit zu sein."
Das Unternehmen hat die Forderungen der Piloten als "absurd und unerfüllbar" bezeichnet. Vorstandschef Carsten Spohr kündigte im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" an, dass der Konzern nicht einknicken werde. "Lieber einige Tage mit einem streikbedingt reduzierten Angebot der Lufthansa-Gruppe als irgendwann dauerhaft mit einer deutlich reduzierten Kernmarke", sagte Spohr.
Personalvorstand Michael Niggemann warnte die Gewerkschaften: "Jeder Streik verkleinert die betroffene Fluggesellschaft." Der erneute Streikaufruf zeige, dass der UFO "das Schicksal unserer Fluggäste und die Zukunft der Lufthansa völlig gleichgültig" sei.
Die Auswirkungen sind enorm: In Frankfurt wurden für beide Streiktage bereits mehr als 1.100 Starts und Landungen gestrichen, in München rund 710 Flugbewegungen. Die Lufthansa plant, etwa die Hälfte der Langstreckenflüge durchzuführen, auf Kurz- und Mittelstrecken soll nur rund ein Drittel der Verbindungen stattfinden. Österreichische Passagiere, die über Frankfurt oder München fliegen, sollten ihre Buchungen prüfen.