Lufthansa: Ohne Impfung oder Test kein Flug

Eine Impfpflicht schließt Lufthansa-Chef Carsten Spohr aus.
Eine Impfpflicht schließt Lufthansa-Chef Carsten Spohr aus.Peter Kneffel / dpa / picturedesk.com
Lufthansa-Chef Carsten Spohr schließt zwar eine Impfpflicht aus, ganz ohne Bedingungen sollen Langstreckenflüge künftig dennoch nicht möglich sein.

Bereits Ende November gab Australiens Fluggesellschaft Qantas bekannt: Sobald Covid-19-Impfungen möglich sind, wird die Airline für internationale Fluggäste eine Impflicht einführen. Ganz so streng dürfte es bei der deutschen Lufthansa künftig wohl nicht sein, ganz ohne neue Maßnahmen wird dennoch nicht geflogen: So werden auch hier Langstreckenflüge wohl nur noch mit einem Impfnachweis oder alternativ einem negativen Corona-Test möglich sein. Dies erklärte der Chef der AUA-Mutter Lufthansa, Carsten Spohr, in einem Interview mit der "Welt am Sonntag".

"Persönlich gehe ich davon aus, dass bei Interkontinentalflügen auf bestimmten Strecken künftig jeder Passagier entweder getestet oder geimpft ist", so Spohr. Eine Impfpflicht schließt er für die deutsche Fluglinie allerdings aus: "Nein, das können und wollen wir als Airline nicht vorschreiben."

Bis ausreichend Immunität erreicht ist

In einer ersten Phase werde die Zahl der Strecken mit verbindlichen Schnelltests zunächst zunehmen. "In der zweiten Phase wird es wahrscheinlich eine Option zwischen Test oder Impfnachweis geben", wurde Spohr zitiert. Ist eine ausreichende Immunität der Weltbevölkerung erreicht, würde das Impfzertifikat dann wieder überflüssig.

Der Lufthansa-Chef rechnet nicht damit, dass es diesbezüglich eine einheitliche Linie für den gesamten globalen Luftverkehr geben wird. "Schon heute schreiben einige Länder Tests für alle Passagiere verpflichtend vor, während andere weiter auf Quarantäne setzen." Wünschenswert wäre in jedem Fall eine europäische Lösung mit der Maßgabe "Test statt Quarantäne".

Die Lufthansa leidet wie die gesamte Luftfahrt unter den Reisebeschränkungen in der Pandemie. Die Airline wurde mit einem milliardenschweren Rettungspaket des deutschen Staates vor dem Aus bewahrt.

29.000 Mitarbeiter verlassen Konzern

"Wir hatten im Dezember weniger als zehn Prozent der Passagiere im Vergleich zum Vorjahr, aber dennoch am Jahresende zehn Milliarden Euro verfügbare Liquidität", so Spohr. "Das liegt in erster Linie daran, dass wir die Kosten deutlich schneller als geplant senken konnten". Er wies darauf hin, dass 29.000 Mitarbeiter den Konzern verlassen werden, das ist etwa jeder fünfte Lufthanseat. "Damit möglichst wenige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen müssen, streben wir intelligente Teilzeitmodelle an."

Notverkäufe seien derzeit kein Thema. "Es gibt keine Pläne für einen Verkauf von Austrian Airlines", sagte Spohr. "Mit rund zehn Milliarden Euro zur Verfügung stehender Liquidität und ausreichenden Bilanzreserven kann ich eine Überschuldung aus heutiger Sicht ausschließen."

Mit einer Rückkehr der Passagierzahlen auf das Niveau von vor der Pandemie rechnet Spohr in den kommenden Jahren nicht. "Wir gehen realistisch davon aus, dass wir Mitte des Jahrzehnts bis zu zehn Prozent weniger Passagiere als in der Vor-Corona-Zeit haben."

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