Wirtschaft

Lufthansa-Streik betrifft auch Wien-Flüge

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:21

Der Betrieb am Münchner Flughafen ist kurz vor dem angekündigten Piloten-Streik bei der Lufthansa planmäßig angelaufen. Wie ein Sprecher des Flughafens sagte, gab es am frühen Mittwochmorgen keine Beeinträchtigungen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat die Lufthansa-Piloten aufgerufen, am Mittwoch zwischen 10.00 und 18.00 die Arbeit niederzulegen.

Von dem Streik ist eine Verbindung München-Wien und zurück betroffen: Der Flug LH2328 München-Wien um 11:20 sowie der Rückflug LH2329 Wien-München um 13:55, heißt es auf der Homepage der AUA-Mutter.

140 statt 110 Flüge fallen aus

Die Lufthansa annulliert wegen des Streiks der Piloten in München immer mehr Flüge. Mittlerweile fielen 140 Verbindungen aus nach zunächst 110, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Mittwoch. Damit sei jeder zweite Flug von München innerhalb von Deutschland und Europa im Streikzeitraum von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr gestrichen.

13.500 Passagiere betroffen

Insgesamt sind den Angaben zufolge 13.500 Passagiere betroffen. Lufthansa wies aber darauf hin, dass Langstreckenflüge von München aus starten sollen. Dem Sonderflugplan zufolge sollen Passagiere auch über andere Lufthansa-Drehkreuze wie Frankfurt, Zürich, Wien und Brüssel, die vom Streik nicht betroffen seien, umgeleitet werden. Insgesamt könnten so mehr als 2.000 Fluggäste ihr Ziel trotz des Ausstands erreichen. Die Passagiere würden per SMS oder Mail informiert.

Lufthansa reagiert auf die Streikankündigung mit "völligem Unverständnis". Der Arbeitskampf treffe erneut unschuldige Fluggäste und sei gezielt auf das Ferienende im deutschen Bundesland Bayern gerichtet. Lufthansa konzentriere sich nun darauf, die Passagiere bestmöglich zu informieren und zu betreuen.

Streit um Vorruhestand

Hintergrund des Streiks ist der seit langem schwelende Tarifkonflikt bei Europas größtem Luftverkehrskonzern. Im Kern geht es um die Übergangsversorgung, die Lufthansa-Piloten bisher in ihrem Vorruhestand erhalten. Beide Seiten hatten sich gegenseitig für das Scheitern der bisherigen Verhandlungen verantwortlich gemacht. Umstritten sind auch die unternehmenspolitischen Pläne zum Ausbau von Billigflugangeboten im Konzern. A, Dienstagabend kündigte Lufthansa ein konkretisiertes Angebot für Anfang kommender Woche an.

Züge stehen vorerst nicht mehr still

Zumindest Deutschlands Zugreisende können vorläufig aufatmen. Die deutsche Lokführergewerkschaft GDL will in den nächsten knapp drei Wochen auf Warnstreiks verzichten. Dies berichtete die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (Dienstag) unter Berufung auf Gewerkschaftskreise.

Vergangenen Samstag hatte ein dreistündiger Warnstreik der Lokführer die Reisepläne von zehntausenden Bahnfahrern durchkreuzt. Der GDL-Warnstreik am Samstag dauerte von 6.00 bis 9.00 Uhr. In dieser Zeit war der Zugverkehr in ganz Deutschland stark beeinträchtigt, kam jedoch nicht komplett zum Stillstand, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Nach Darstellung der GDL fuhren 90 Prozent aller Züge nicht oder hatten große Verspätungen.

Die GDL verlangt von der Bahn für das gesamte Zugpersonal 5,0 Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. Sie kritisiert eine hohe Zahl an Überstunden, die nicht abgebaut werde, weil die Bahn zu wenig Personal einstelle. Der staatliche deutsche Konzern bietet bisher nur den Lokführern eine Einkommenserhöhung um 1,9 Prozent.

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