Es ist bereits die fünfte Streikwelle: Lufthansa-Piloten wollen am Dienstag am größten deutschen Flughafen in Frankfurt die Arbeit niederlegen. Auch Österreicher sind von der Absage von insgesamt 25 Flügen betroffen. Zwischen 8.00 und 23.00 Uhr werden keine Langstreckenflüge starten. Hintergrund ist der Konflikt um die Versorgung von rund 5.400 Lufthansa-Piloten beim Übergang in den Ruhestand.
"Da das Lufthansa-Management weiterhin vorgelegt hat, sehen wir uns zu diesen weiteren Maßnahmen gezwungen", so die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. Man sei aber jederzeit einigungsbereit, um Streiks abzuwenden.
Auch Österreicher betroffen
Für Dienstag wurden unter anderem Flüge nach Singapur, Bangkok und Chicago abgesagt. Es sind auch Österreicher, die einen Langstreckenflug über Frankfurt gebucht hätten, betroffen.
"Wir haben bereits gestern versucht, die Kunden über SMS zu erreichen und wo möglich Alternativen angeboten", sagte Boris Ogursky, ein Lufthansa-Sprecher, am Dienstag. Österreichische Gäste seien zum Teil über München, Zürich oder Brüssel umgebucht worden oder auch Flüge über Wien mit der AUA als Alternativen angeboten worden.
Angesichts des erneuten Piloten-Streiks bei der Lufthansa hat sich Konzernchef Carsten Spohr am Dienstag in einer Videobotschaft direkt an die Kunden seiner Firma gewandt. Angesichts des "längsten Streikes in der Geschichte des Unternehmens" wolle er um Verständnis bitten für die Auswirkungen des Arbeitskampfes auf die persönlichen Reisepläne, sagte Spohr.
Die VC hat bereits bei vier Streikwellen 4.300 Flüge ausfallen lassen, Hunderttausende Reisende waren betroffen. Diesmal geht es wieder um Flüge mit den Langstreckenjets Airbus A380, Boeing B747, Airbus A330 und Airbus A340.
Externe Piloten anmieten
Zusätzlich zum Streit über die Frühpensionen für Piloten prüft die Lufthansa aus Spargründen den Einsatz externer Piloten auf Langstrecken. Einen ersten Versuch will Airline-Chef Carsten Spohr ab November 2015 bei dem neuen Günstigableger mit dem Namen Jump starten. Maschinen vom Typ Airbus A340 würden an die Schweizer Fluggesellschaft PrivateAir verliehen und samt eidgenössischem Cockpit-Personal zurückgemietet. Mit diesem Bruch einer jahrzehntealten Konzerntradition könnten touristische Ziele wie Las Vegas oder Mauritius angeflogen werden - und Kosten gespart werden.
Der geplante Schritt verstößt nicht gegen die Tarifverträge. Allerdings können sich Kunden nicht mehr darauf verlassen, dass in einem Lufthansa-Cockpit auch tatsächlich Lufthansa-Piloten sitzen. Das wäre ein Novum.