Wir sind über-akademisiert und -verschult, sagt der Linzer Vizebürgermeister und Sozialreferent Klaus Luger nach dem Heute-Bericht über die Pflegesituation in Oberösterreich. Er plädiert für ein Kombimodell Ausbildung und Arbeit und ist gegen den Import ausländischer Pfleger: Wir haben genügend Leute!
Laut Luger seien vorhandene Ausbildungsmodelle für viele gar nicht leistbar: Es handelt sich häufig um Wiedereinsteigerinnen oder Berufsumsteiger, die müssen Geld verdienen. Ähnlich argumentiert - wie berichtet - Martin König, Obmann der ARGE Altenheime.
Beider Vorschlag: Training on the job - je zur Hälfte Arbeit und Ausbildung. Dieses Modell hatten wir vor Jahren, damals hat es bestens funktioniert. Die Idee von SP-Landesboss Josef Ackerl, Pfleger im Ausland zu rekrutieren, lehnt er ab:
Wir haben Arbeitswillige zur Genüge - wenn wir sie nur lassen! Luger belegt dies mit Linzer Zahlen: Bei Aufnahmetests für Altenfachbetreuung scheitern drei Viertel der Bewerberinnen mit Migrationshintergrund an schriftlichen (!) Deutschhürden.
Sprechen können sie. Sie müssen nur die Grammatik lernen!
Gerald Winterleitner