In Belarus hat die Polizei einem Augenzeugenbericht zufolge rund 20 Journalisten festgenommen, die über einen Protest in der Hauptstadt Minsk berichten wollten. Die Sicherheitskräfte hätten die Telefone und Ausweise der Reporter konfisziert, sagte ein Zeuge am Donnerstag zur Agentur Reuters.
Das Innenministerium teilte später mit, dass die Journalisten zur Polizeistation gebracht worden seien. Dort solle geprüft werden, ob sie über eine gültige Presse-Akkreditierung verfügten. Alle Reporter, die eine offizielle Akkreditierung hätten, sollten freigelassen werden. Die Behörde bestritt, dass die Journalisten verhaftet worden seien.
In Belarus ist es zu Massenprotesten gegen Präsident Alexander Lukaschenko gekommen. Hintergrund sind die Wahlen vom 9. August, bei denen sich Lukaschenko zum klaren Sieger erklärt hatte. Die Opposition erkennt den Sieg von Lukaschenko, der seit 1994 autoritär regiert, nicht an und wirft ihm Wahlbetrug vor.
Die Journalisten wollten dem Augenzeugen zufolge über eine Demonstration mit hunderten Regierungsgegnern berichten, die in Minsk am Donnerstagabend auf die Straße gingen.