Das südamerikanische Land hat einen neuen alten Präsidenten: Luiz Inacio Lula da Silva gewann die Stichwahl mit 51,8 Prozent der Stimmen gegen Flavio Bolsonaro, der 48,2 Prozent erhielt.
Damit gelingt dem Amtsinhaber etwas noch nie Dagewesenes: Erstmals in der Geschichte Brasiliens holt ein Kandidat den Sieg, obwohl er im ersten Wahlgang noch hinter seinem Gegner lag.
Wie die Jerusalem Post berichtet, hatte Lulas Wiederwahl zeitweise wie aussichtslos gewirkt. Nach Jahren voller Korruptionsskandale und steigender Preise war die Stimmung gegen ihn gekippt.
Doch Lula bewies einmal mehr seine Comeback-Qualitäten. Der 80-Jährige war von 2018 bis 2019 wegen Korruptionsvorwürfen inhaftiert, die später aufgehoben wurden. Sein Gegner Flavio Bolsonaro (45), Sohn von Ex-Präsident Jair Bolsonaro, erkannte die Niederlage nicht an. "Ich werde die Annullierung dieser Wahlen beantragen", sagte er.
Lula hingegen zeigte sich siegesgewiss: Die Brasilianer hätten dafür gestimmt, "die Demokratie zu sichern", erklärte er.
Umfrageinstitute führen Lulas überraschenden Erfolg auf eine unerwartet hohe Wahlbeteiligung zurück. Die Wahllokale mussten sogar länger geöffnet bleiben, weil sich vor vielen Orten lange Schlangen gebildet hatten.