Sein schickes Luxusleben mit Wohnmobil, Geländewagen und Fernreisen muss ein 37-Jähriger die nächsten Monate gegen grauen Gefängnisalltag tauschen. Denn der Vater soll Kleinanleger (Anm.: meist im Bereich von 10.000 bis 30.000 €) um insgesamt weit über eine Million Euro gebracht haben und musste dafür am Mittwoch in Wr. Neustadt wegen Betruges vor Gericht.
Der Vater eines Kindes soll laut Anklage von 2013 bis 2023 zahlreiche Klein-Anleger getäuscht haben. Der Vermögensberater hatte sich von Kunden Geld auf sein Konto zur angeblichen Veranlagung bei einer renommierten Firma in der Schweiz überweisen lassen. Nur: Der auf großem Fuß lebende Niederösterreicher fälschte das Logo der Schweizer inklusive Depot und Kontoauszügen und lebte in Saus und Braus.
Die ahnungslosen Kunden wiegten sich stets in Sicherheit und glaubten, ihr Geld in der Schweiz geparkt zu haben. Wollte ein Kunde eine Auszahlung, griff der Familienvater das Geld vom Konto an und stopfte das Loch. Dadurch tat sich eine andere Finanzlücke auf, der 37-Jährige geriet immer mehr ins Schleudern.
Als ein Kunde jedoch eine Immobilie kaufen wollte und ein Depot um 150.000 Euro auflösen wollte, versuchte es der 37-Jährige mit hochriskantem Trading an der Börse und verjubelte gleich nochmals 60.000 €. Damit hieß es: Game over.
„Ich habe die Kontrolle über mein Leben verloren“, so der Angeklagte kleinlaut zur Richterin. 3.373 € Schaden habe er gut gemacht.
Das Urteil am Landesgericht Wiener Neustadt: Drei Jahre teilbedingt, davon zehn Monate unbedingt. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.