Bim-Kontrolleur würgt Fahrgast, bis dieser blau anläuft

Der LVB-Kontrolleur rang den Fahrgast zu Boden und hielt ihn im Würgegriff
Der LVB-Kontrolleur rang den Fahrgast zu Boden und hielt ihn im WürgegriffScreenshot Twitter/Kreuzer Leipzig
In Leipzig lief eine Ticket-Kontrolle völlig aus dem Ruder. Ein Schwarzkappler hielt einen Fahrgast vor panischen Zeugen minutenlang im Würgegriff. 

Diese Aufnahmen rufen unweigerlich jene schrecklichen Szenen in Erinnerung, die zum Tode von George Floyd geführt hatten. Doch an diesem Donnerstagabend war der Tatort nicht Minneapolis, sondern Leipzig und der Uniformierte kein Polizist, sondern ein Schwarzkappler. Ein Video (siehe unten), das von zwei Mitarbeitern des Stadtmagazins "Kreuzer", die zufällig zu Zeugen wurden, aufgenommen wurde, zeigt den unfassbaren Vorfall an der Straßenbahn-Haltestelle Waldgasse.

"Mehrere Minuten hatte einer der Kontrolleure den am Boden liegenden Mann im Würgegriff", berichtet das Medium auf Twitter. Der dazu veröffentlichte Clip beginnt mittendrin und zeigt, wie kaltblütig der Kontrolleur der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) seinem Opfer die Luft nimmt. Aufgeregte Passanten schreien ihn immer wieder an, er solle doch endlich den Mann loslassen.

Würger eiskalt: "Der stirbt nicht"

"Sie können dem nicht den Hals zu drücken, hören sie sofort auf!", ist ein Zeuge zu hören. "Er hört auf, sich zu bewegen! Hören Sie auf jetzt, hören Sie auf, er stirbt!"

Doch der Würger lässt nicht ab, entgegnet nur fast schon lapidar: "Der stirbt nicht. Der kriegt Luft, der Mund ist auf." Gleichzeitig sieht man aber, dass die Arme des Opfers sich nur noch ganz langsam und völlig kraftlos bewegen. Panische Stimmen melden, dass dessen Gesicht bereits blau angelaufen sei.

Erst sein Kollege konnte den Angreifer schließlich dazu bewegen, abzulassen. Kurz darauf traf auch die Polizei am Vorfallsort ein. Ersten Erkenntnissen zufolge soll eine Ticket-Kontrolle eskaliert sein. "Wir wurden im Zuge einer Fahrausweisprüfung gerufen, da es einen renitenten Fahrgast gegeben haben soll", wird Polizeisprecher Olaf Hoppe in einem Bericht der "Bild" zitiert.

"Für uns nicht akzeptabel"

Mittlerweile haben auch die Leipziger Verkehrsbetriebe auf den schockierenden Vorfall reagiert: "Der Mitarbeiter ist mit sofortiger Wirkung vom Dienst freigestellt worden. Eine solche Eskalation, wie es die Bilder zeigen, ist für uns nicht akzeptabel", heißt es seitens des Unternehmens.

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