Als Iga Swiatek 2020 zum ersten Mal das French Open gewann, hatte sie kaum ein Experte zuoberst auf der Liste der Turnier-Favoritinnen. Zwei Jahre später sah das dann ganz anders aus. Kein Wunder, denn die Polin reiste mit dem Selbstvertrauen von fünf aufeinanderfolgenden Turnier-Siegen nach Paris, um sich ihren zweiten Grand-Slam-Titel zu holen.
In Roland Garros gab Swiatek auf dem Weg ins Endspiel nur einen einzigen Satz im Achtelfinale gegen die Chinesin Qinwen Zheng (WTA 74) ab. Im Final am Samstag folgte dann gegen US-Supertalent Cori Gauff (WTA 23) die nächste Swiatek-Show – und was für eine!
Die Dominatorin der WTA-Tour nahm das Zepter vor den Augen von Landsmann und Weltfußballer Robert Lewandowski im Publikum auf dem Court Phillipe Chatrier gleich von Beginn weg in die Hand, nahm ihrer Gegnerin beim ersten Aufschlagspiel den Service ab und führte nach 18 Minuten bereits mit zwei Breaks.
Die erst 18-jährige Gauff legte mit fortlaufender Spieldauer ihre Anfangsnervosität zwar ab, konnte aber die wie im Rausch aufspielende Swiatek nicht daran hindern, den ersten Satz nach bloß 33 Minuten gleich mit 6:1 für sich zu entscheiden. Zum Vergleich: Im Männer-Viertelfinale Djokovic gegen Nadal dauerten die ersten vier Games etwa gleich lang.
Im zweiten Durchgang wollte es die Weltnummer 1 der Frauen dann zu Beginn etwas zu schnell machen und kassierte nach einigen überhasteten Fehlern gleich im ersten Game das Break. Gauff bestätigte das Break zwar erst, musste ihren Service aber schon im darauffolgenden Aufschlagspiel wieder abgeben.
Swiatek übernahm nach dem Zwischenhoch der Amerikanerin erneut das Momentum und powerte ihre Gegnerin mit sagenhaften Schlägen regelrecht vom Platz. Am Ende verwertet sie nach einer Stunde und zehn Minuten Spielzeit ihren ersten Matchball bei eigenem Aufschlag und ist damit zum zweiten Mal French-Open-Champion.
Der Titelgewinn ist gleichbedeutend mit dem 35. Matchgewinn von Swiatek in Folge. Eine solche Serie hatte zuvor nur Venus Williams im Jahr 2000 geschafft, nun egalisiert die Polin den Rekord der US-Legende. Neben dem Eintrag in die Tennis-Historie winkt der 21-Jährigen auch eine Mega-Prämie. Für den Titel beim wichtigsten Sandplatzturnier der Welt streicht sie umgerechnet fast 2,3 Millionen Euro ein.