Rechtlich legitim, menschlich aber mehr als fragwürdig: Ein Mädchen soll 70.000 Euro zahlen - an einen Anwalt, der die insolvente Firma ihres toten Vaters abwickelt.
Im Frühjahr nahm sich der Unternehmer Klaus R. das Leben. Tochter und Ehefrau kämpfen noch mit dem Schmerz - und müssen jetzt den nächsten Schock verdauen: Sein Nachfolger ließ die Firma überraschend in die Insolvenz schlittern. Und der Masseverwalter behauptet auf einmal, Klaus R. hätte dem Unternehmen Geld entnommen.
Daher klagt er die Tochter (13) des Verstorbenen als Alleinerbin auf 70.000 Euro plus Gebühren! "Ich bekomme gerade einmal 20 Euro Taschengeld", sagt Lisa (Name geändert) verzweifelt. "Wir müssten unser Haus verkaufen", erklärt ihre Mutter. Ihr Anwalt Florian Steinwendtner ist verwundert und hofft auf ein Einlenken des Masseverwalters: "Es ist ja noch nicht einmal die Verlassenschaft des Vaters geklärt - warum wird das Mädchen gleich geklagt?".