Als Priscilla Dickey (35) erfuhr, dass die US-Behörden einen "Evakuierungs-Flug" aus China planten, setzter sie alles daran, dass ihre 8-jährige Tochter Hermine einen Platz in dem Flieger bekommt. Und zwar aus mehreren Gründen: Die zwei US-Amerikanerinnen leben bereits seit mehreren Jahren in China. Und zwar ausgerechnet in dem Krisengebiet. Als die 11-Millionen-Metropole die Region abriegelte, bekam ihre Tochter Fieber.
Natürlich vermutete Dickey sofort, dass auch ihre Tochter von dem Coronavirus befallen wurde. Es stellte sich aber nach mehreren Tests heraus, dass ihr Kind nicht infiziert war. Ihr Zustand besserte sich. Die Angst, dass Hermine aber nun tatsächlich von dem Virus befallen wird, ließ sie nicht mehr los.
Nun sah sie ihre Chance und kämpfte regelrecht darum, dass ihre Tochter einen Platz im Charterflieger bekommt. Zunächst wurde sie enttäuscht. Denn Peking meinte gegenüber Dickey, dass die Berichte über einen solchen Flug nicht stimmen würden. Als sie sich aber an die US-Behörde wandte, dann die Erleichterung: Sie und ihre Tochter wurden ausgewählt, um nach Kalifornien zu fliegen.
Ein Problem hatten sie aber noch: Die Pässe befanden sich ein einer Wohnung in Changsha. Dort konnten die zwei nicht mehr hin. Sie versuchten mit einer Kopie des Passes durchzukommen, was sich jedoch als nicht so einfach erwies. Denn am Flughafen forderte das Personal das Original. Die Mutter verzweifelte regelrecht, da man ihr sagte, dass ihre Tochter nicht in die USA fliegen dürfte. Der Flieger startete ohne sie. Sie wurden zurückgelassen.
Die Mutter gibt aber niemandem die Schuld für das Problem. "Die Leute machen nur ihren Job", so die US-Amerikanerin gegenüber "wsj".Sie kämpfe aber weiter dafür, dass sie ihre Tochter aus der Krisenregion bringt.