Österreich

Mädchen stach Schüler nieder: "Ersticken befürchtet"

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:59

Jene 16-Jährige, die im Mai 2013 einen Schulkollegen mit einem Küchenmesser verletzt hat, stand am Mittwoch in Leoben wegen versuchten Mordes vor Gericht. Die Angeklagte und ihr Opfer wollten nicht aussagen. Ein Video der Aussagen des Opfers wurde vorgespielt. Der Bursch sagte, dass er sie als Anführer in der Klasse ablösen wollte. Eine Entschuldigung des Mädchens, das sich auf Notwehr beruft, lehnte er ab. Ein Urteil soll am Donnerstag fallen.

Jene 16-Jährige, die im Mai 2013 einen Schulkollegen , stand am Mittwoch in Leoben wegen versuchten Mordes vor Gericht. Die Angeklagte und ihr Opfer wollten nicht aussagen. Ein Video der Aussagen des Opfers wurde vorgespielt. Der Bursch sagte, dass er sie als Anführer in der Klasse ablösen wollte. Eine Entschuldigung des Mädchens, das sich auf Notwehr beruft, lehnte er ab. Ein Urteil soll am Donnerstag fallen.

 
Der Prozess wurde bereits zum zweiten Mal durchgeführt, zunächst war die 16-Jährige wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung angeklagt gewesen. Aufgrund der Angaben der Beschuldigten entschied die Einzelrichterin, dass sie nicht zuständig sei. Nun beschäftigte sich ein Geschworenensenat mit der Tat vom Mai 2013.

Die Psychiatrische Sachverständige hatte ihr im Gutachten eine "Störung des Sozialverhaltens" bescheinigt, außerdem eine "Unerreichbarkeit für Erziehungsmaßnahmen". Mittlerweile lebt das Mädchen bei den Großeltern und macht derzeit extern den Hauptschulabschluss nach.

"Ich war Anführer, sie wollte das auch sein"

Das Mädchen hatte kurz vor dem Vorfall die Schule gewechselt und mit einem der neuen Kollegen immer wieder Probleme gehabt: "Er war ein Alphatier, und sie machte ihm diese Stellung streitig", so der Staatsanwalt. Auf dem gezeigten Video behauptete das Opfer: "Ich war dort Anführer, und sie wollte das auch sein."

Es folgten vor allem verbale Beschimpfungen auf Facebook und anderen Plattformen. Dabei standen sich die beiden in nichts nach und bedrohten sich gegenseitig. Er sprach von "aus dem Fenster werfen", sie von "aufschlitzen". Laut dem Burschen soll sei auch gedroht haben, "sie würde mich anzünden".

Am Vorabend der Tat kam es wieder zu gegenseitigen Drohungen, und da packte die Schülerin ein Küchenmesser ein. In der Schule provozierte sie den Burschen, riss ihm die Kappe vom Kopf, er revanchierte sich mit einem Fußtritt in den Bauch und nahm sie in den Schwitzkasten. Sie stach ihm mit einem im Ärmel versteckten Messer in den Bauch.

"Habe ein Zwicken gespürt"

"Ich habe ein Zwicken gespürt", sagte der Bursche in dem vorgespielten Video. Erst die entsetzten Mienen der Mitschüler habe ihn näher hinschauen lassen. Da war sein T-Shirt bereits blutig und er sackte zu Boden. Er rappelte sich noch einmal auf und wollte einen Sessel nach dem Mädchen werfen, hatte aber keine Kraft mehr dazu.

"Das ist mit der Gefahr des Erstickens verbunden", sagte der Verteidiger zum Stichwort Schwitzkasten. Er gab an, seine Mandantin habe aus reiner Notwehr das Messer - das sie zuvor im Ärmel versteckt hatte - gezückt und "irgendwohin gestochen". Sie traf den 15-Jährigen in den Bauch, die Verletzung war laut Gerichtsmedizinerin nur zufällig nicht tödlich.

Entschuldigung abgewiesen: "Höflich, möchte das aber nicht"

"Sie möchte sich bei dir entschuldigen", teilte ihm die Richterin am Video mit. "Ich finde das sehr höflich von ihr, ich möchte das aber nicht", lautete die dezidierte Antwort. Am Nachmittag sollen noch einige Zeugen gehört werden, mit einem Urteil wird bereits für Donnerstag gerechnet.

 

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