Österreich

Mädchen und Asylwerber als Drogenkuriere tätig

Heute Redaktion
13.09.2021, 21:57

Über acht Monate dauernde Ermittlungen der Polizei führten zur Ausforschung einer Drogenband. 60 mutmaßliche Mitglieder des Drogenrings sind bekannt.

Der Drogenring steht im Verdacht, seit dem Frühjahr 2017 rund 50 Kilogramm Marihuana im Raum Tirol in Verkehr gesetzt zu haben.

Von den bis dato 60 ausgeforschten Personen konnten seit Oktober 2017 zwei Frauen und 43 Männer mit verschiedenen Staatsbürgerschaften (überwiegend afghanischer und österreichischer, aber auch iranischer, armenischer, pakistanischer, syrischer, türkischer und deutscher Staatsbürgerschaft) im Alter von 15 bis 48 Jahren festgenommen und rund sieben Kilogramm Marihuana in einem Straßenverkaufswert von 70.000 Euro sichergestellt werden.

Darüber hinaus konnten eine verbotene Waffe und weitere Vermögenswerte wie mehrere hochpreisige Mobiltelefone sowie 6.000 Euro auf einem Bankkonto aufgefunden und gesichert werden.

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Zeugen ließen Ring auffliegen

Im Frühjahr 2017 häuften sich Hinweise aus der Bevölkerung, wonach im Innsbrucker Hofgarten vermehrt illegale Suchtmittel angeboten und verkauft würden. Daraufhin wurde durch das Stadtpolizeikommando Innsbruck die Polizeipräsenz durch zusätzliche Streifentätigkeiten und konzentrierte Schwerpunktaktionen verstärkt und das Landeskriminalamt Tirol begann gleichzeitig mit gezielten Ermittlungen.

Sehr bald entstand der Verdacht, dass hier drei untereinander vernetzten Gruppierungen tätig waren, die in mehreren hierarchischen Ebenen arbeitsteilig illegale Suchtmittel in Tirol in Verkehr setzten. Auch regional schien eine Aufteilung erkennbar; eine Gruppe soll im Bereich Innsbruck – Hofgarten, die zweite in Innsbruck, Bezirk Innsbruck Land und Imst und die dritte im Bezirk Kufstein tätig geworden sein.

Das Marihuana soll von den Kontaktpersonen der jeweiligen Gruppierung bei ihren Bezugsquellen in Wien gekauft und folglich zumeist von minderjährigen Asylwerbern und subsidiär Schutzberechtigten oder einheimischen Mädchen mit dem Zug nach Tirol geschmuggelt worden sein. Hier soll es von den in Innsbruck und Kufstein ansässigen Kontaktpersonen übernommen und, um das Risiko zu minimieren, innerhalb weniger Stunden an deren Unterhändler verteilt worden sein.

Gruppe teilweise geständig

Diese wiederum sollen das Marihuana anschließend gewinnbringend an weitere Unterhändler oder direkt an ihre Abnehmer verkauft haben. Die beschuldigten und festgenommenen Personen, von denen insgesamt 31 in die Justizanstalt Innsbruck beziehungsweise Wien eingeliefert wurden, stehen überwiegend im Verdacht, als Kontaktpersonen der jeweiligen Gruppierungen, Bezugsquellen, Unterhändler sowie Kuriere für die kriminelle Vereinigung tätig gewesen zu sein. Sie sind teilweise zu den ihnen vorgehaltenen Taten geständig. (red)

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