Österreich

Mädchen von Chef mit Vergewaltigung bedroht

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:33

Sechs Stunden die Woche half eine Minderjährige in einem Linzer Hotel aus. Dafür musste sie sich sexuell belästigen und beschimpfen lassen. Als der Chef ihr schließlich eine Vergewaltigung androhte und ihr Sachen nachwarf, weil sie wegen Fiebers nach Hause gehen wollte, flüchtete das Mädchen zur Arbeiterkammer. Jetzt muss der Horror-Chef mickrige 2.350 Euro Schadenersatz zahlen.

Sechs Stunden die Woche half eine Minderjährige in einem Linzer Hotel aus. Dafür musste sie sich sexuell belästigen und beschimpfen lassen. Als der Chef ihr schließlich eine Vergewaltigung androhte und ihr Sachen nachwarf, weil sie wegen Fiebers nach Hause gehen wollte, flüchtete das Mädchen zur Arbeiterkammer. Die klagte. Jetzt muss der Horror-Chef mickrige 2.350 Euro Schadenersatz zahlen.

Fünf Monate lang hielt die junge Frau den Job aus, bekam 230 Euro brutto im Monat. Dafür musste sie sich vom Chef beschimpfen, anschreien und bedrohen lassen. Als letzten Abschiedsgruß soll das Scheusal ihr auch noch einen Glasgegenstand nach, der die Fiebernde an der Schulter verletzte.

Sexuelle Belästigung im Lift

Alles begann, als das Mädchen aus dem Keller Brötchen holen wollte und der Chef mit ihr im Lift fuhr.  Der Mann lacht hämisch und meinte anzüglich, er fahre gerne mit Frauen in den Keller, jedoch nicht, um Brötchen zu holen, sondern "wegen was anderem". Seitdem hatte die Angestellte Angst vor ihrem Boss und versuchte, mit ihm nicht mehr allein zu sein. 

Fiebernde wollte in Krankenstand: Chef zuckt aus

Einige Woche später zuckte ihr Boss aber dann komplett aus. Die Minderjährige schleppte sich trotz Fiebers mit ihrer Mutter in die Arbeit, um bei den Frühstücksvorbereitungen zu helfen. Die frühmorgentliche Arbeit war gerade erledigt als der Boss hereinkam. Anfangs fragte er noch nett, ob sie lieber heimgehen wolle. Dankbar wollte die junge Angestellt das Angebot annehmen, doch da dürften beim Chef auch noch die letzten Leitungen durchgebrannt sein. "Wenn du jetzt gehst, kannst du für immer gehen", soll der Horrorchef dann gemeint haben, bevor er Mutter und Tochter beschimpfte.

Drohte mit Vergewaltigung

Schließlich warf er das Mädchen mit "Geh, geh!" aus dem Hotel, lief ihr dann aber nach, um ihr noch zusätzlich Angst zu machen. Du kleine Göre, ich weiß wo du wohnst", drohte ihr mit derben Worten an, sie daheim aufzusuchen und zu vergewaltigen. Dann warf er ihr noch einen Glasgegenstand nach, der die Frau an der Schulter verletzte.

Klage: Schadenersatz und Schmerzensgeld

Die junge Frau flüchtete zur Arbeiterkammer, die dem Boss auf den Pelz rückten. Der Ex-Chef muss alle offenen Ansprüche, die bei einer ungerechtfertigten Entlassung entstehen bezahlen. Außerdem wird Schadenersatz für die sexuelle Belästigung und Schmerzensgeld für die Schulter fällig. Natürlich wollte der Chef davon nichts wissen. Erst als die AK vor Gericht ging stimmte er einem Vergleich zu und rückte 2.350 Euro heraus.

Nur ein Tropfen auf dem heißen Stein für die gequälte Angestellte. Selbst AK-Präsident Johann Kalliauer war schockiert. "Es ist unfassbar, dass ein Mann mit solch einem Verhalten in einer Vorgesetztenfunktion arbeitet. Gerade gegenüber Minderjährigen hätten Arbeitgeber im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht große Verantwortung zu tragen. Solche Vorfälle dürften eigentlich überhaupt nicht passieren."

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