Wieder einmal muss sich Madonna scharfe Kritik wegen ihrer Charity-Projekte in Malawi gefallen lassen. Mit ihren beiden Adoptivkindern wollte sie deren Heimat besuchen und Gutes tun. Doch der Regierung gefiel gar nicht, dass die Queen of Pop Einheimische für sich Tanzen ließ. Am Donnerstag war sogar von "Erpressung" die Rede. Ihr wurde der VIP-Status entzogen. Der Popstar reagiert beleidigt.
Wieder einmal muss sich Madonna scharfe Kritik wegen ihrer Charity-Projekte in Malawi gefallen lassen. Mit ihren beiden Adoptivkindern wollte sie deren Heimat besuchen und Gutes tun. Doch der Regierung gefiel gar nicht, dass die Queen of Pop Einheimische für sich Tanzen ließ. Am Donnerstag war sogar von "Erpressung" die Rede. Ihr wurde der VIP-Status entzogen. Der Popstar reagiert beleidigt.
Madonnas Erwartungen und Ansprüche erinnerten an einen Versuch von "Erpressung", heißt es in einer am Donnerstag in Lilongwe veröffentlichten Mitteilung des Präsidialamtes von Malawi. "Madonna möchte, dass Malawi ihr für ihre humanitären Aktionen auf ewig dankbar ist." Freundlichkeit sei aber etwas Freiwilliges, das man nicht einfordern könne. Wenn Freundlichkeit nicht mehr freiwillig und still daherkomme, "dann ist es etwas anderes - Erpressung ist das nächste, an was es erinnert".
"Vorwürfe lächerlich"
Madonna, die zwei Kinder aus Malawi adoptiert hat und mehrere Hilfsprojekte im Land unterstützt, widersprach den Vorwürfen heftig und nannte sie "lächerlich". "Ich bin betrübt, das Malawis Präsidentin sich entschieden hat, Lügen darüber zu verbreiten, was wir erreicht haben, über meine Absichten und wie ich mich persönlich während meines Besuchs in Malawi verhalten habe", zitierte die britische Nachrichtenagentur PA eine Stellungnahme Madonnas. Sie werde an ihrem Engagement für die Kinder in Malawi festhalten.
Hintergrund
Bei der Ankuft war laut "Spiegel" noch alles gut. Superstar Madonna (54) kam mit ihrem Privatjet und ihren beiden Adoptivkindern David Banda und Mercy James in der Hauptstadt Lilongwe an. Dort durften sie am Flughafen im VIP-Bereich warten. Danach ging es mit der Limousine weiter, die extra von offizieller Seite für den Star abgestellt worden war.
Doch dann setzte sich die Sängerin in die Nesseln. "Sie kam unangekündigt, besuchte die Dörfer und ließ Arme für sich tanzen", zitiert der "Telegraph" die Präsidentin von Malawi, Joyce Banda.
Madonna betont gerne, wieviel Gutes sie für eines der ärmsten Länder der Welt tue. Bildungsministerin Eunice Kazembe findet, dass der Star da übertreibt. "Sie hat Klassenräume in bereits bestehenden Schulen gebaut", zitiert der "Spiegel" die BBC. Madonna behauptet, sie lasse ganze Schulen aus dem Boden stampfen.
"Normale" Sicherheitssperre
Nach einer Woche Aufenthalt wollte Madonna wieder zurück nach Hause - und erlebte bei der Abreise eine böse Überraschung. Die Madonna-Familie musste, wie jeder Normalsterbliche, durch die Sicherheitskontrollen am Flughafen. Madonna und ihr Sprecher reagierten "sehr genervt".
Auch die Bevölkerung Malawis besteht nicht nur aus Madonna-Fans. Als Angestellte eines von Madonna geförderten Schulprojekts entlassen wurden, klagten sie gegen die Stiftung der Pop-Diva. Außerdem soll die superreiche Sängerin Geld haufenweise verschwenden - seit der Gründung der Stiftung 2010 sollen rund 3,8 Millionen Euro im afrikanischen Boden versickert sein. Zum Vergleich: 40 Prozent der Einwohner des Landes müssen mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen.