Kind will Film sehen, dann sollen Eltern 400 € zahlen

Hinter dem angeblichen Streaming-Anbieter yadaplay.de verbirgt sich eine Abo-Falle.
Hinter dem angeblichen Streaming-Anbieter yadaplay.de verbirgt sich eine Abo-Falle.Screenshot
Eine Familie aus dem Burgenland erhielt eine teure Rechnung, nachdem ihre minderjährige Tochter auf Betrüger hereingefallen war.

Eigentlich hatte das Kind nur einen Film schauen wollen, die Internet-Suche führte es schließlich zur Webseite einer Streaming-Plattform. Doch nachdem die Tochter alle geforderten persönlichen Daten eingegeben hatte, war von der Möglichkeit, einen Film zu sehen, plötzlich nicht mehr die Rede. Dafür flatterte kurz darauf die Abo-Rechnung des angeblichen Streaming-Anbieters yadaplay.de ins Haus.

Trotz der Beteuerungen des Mädchens, dass kein Vertrag abgeschlossen worden sei, wollten die Eltern die Angelegenheit durch Zahlung von mehr als 400 Euro und einem Kündigungsschreiben aus der Welt schaffen.

Doch da hatten sie sich getäuscht. Pünktlich zum angeblichen Verlängerungszeitpunkt des Abos traf die nächste Rechnung ein. Erst da wurde die Konsumentenberatung der Arbeiterkammer Burgenland um Hilfe gerufen.

"Es lag hier nie ein Vertrag vor, die Nutzerin wurde in Irrtum geführt", klärt AK-Konsumentenschützer Christian Koisser auf.

AK-Konsumentenschützer Christian Koisser.
AK-Konsumentenschützer Christian Koisser.Arbeiterkammer

Perfide Abo-Falle

Die Webseite des vermeintlichen Streaminganbieters ist leider eine bekannte Abo-Falle. Die Internet-Ombudsstelle hat auf der Warnseite watchlist-internet.at eine lange Liste veröffentlicht, darauf findet sich auch yadaplay.de.

Besonders perfide: Für misstrauische Empfänger der falschen Rechnungen wurden sogar Ratgeber-Videos auf YouTube platziert, in welchen angebliche Anwälte erklären, dass man die Forderungen bezahlen muss. Andernfalls wurden rechtliche Konsequenzen drohen.

"In Wahrheit aber darf man sich aber nicht einschüchtern lassen. Es handelt sich im vorliegenden Fall um Betrüger, um einen Fall für die Strafverfolgungsbehörden", warnt die Arbeiterkammer.

Die burgenländischen Familie bezahlte allerdings diese Erkenntnis mit einem bitteren Lehrgeld.

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