Mafia in Meidling? 59-Jährige stellt Betrügern Falle

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Eine 59-Jährige aus Meidling wurde Opfer einer Betrügerbande. Doch anstatt ihr Bargeld auszuhändigen, stellte sie ihnen mit der Polizei eine Falle.

Regelmäßig ist in den Medien von großteils betagten Opfern zu lesen, die von Betrügern um ihre Ersparnisse und Wertgegenstände gebracht werden. Das Vorgehen ist dabei gefinkelt: Ein Anrufer gibt sich als Kriminal- oder Polizeibeamter aus und verängstigt das Opfer. In der Umgebung gäbe es vermehrt Einbrüche, die Wertgegenstände wären nicht mehr sicher und sollen zur Verwahrung übergeben werden.

So passiert es, dass daraufhin einem vermeintlichen Kollegen gutgläubig zigtausende Euro und Schmuck übergeben werden. Doch von den Wertgegenständen und dem Anrufer fehlt daraufhin jede Spur. Ähnliches trug sich vergangene Woche in Wien zu.

Meidlinger Mafia

Eine 58-jährige Frau, wohnhaft in der Hetzendorfer Straße in Meidling, bekam bereits seit mehreren Tagen dubiose Anrufe. Auf der anderen Seite der Leitung stellte sich stets ein "Kriminalbeamter" vor, der die Frau überzeugen versuchte, dass in Meidling die "Mafia" tätig sei und er deswegen alle Wertsachen der Frau sichern wolle. Zudem sollte sie ihr gesamtes Bargeld abheben und bei ihm in Verwahrung geben.

Statt zur Bank führte sie ihr Weg allerdings in die Polizeiinspektion Hufelandgasse, wo sie sich den Beamten anvertraute. Diese übergaben den Fall dem (diesmal echten) Landeskriminalamt Wien. In Abstimmung mit der Frau wurde entschieden, sie zu ihrer Sicherheit zu observieren, das Bankinstitut zu informieren und den Betrügern eine Falle zu stellen. 

Fake-Falle

Bereits am Freitag, dem darauffolgenden Tag, wurde die 59-Jährige erneut angerufen. Doch diesmal spielte sie, wissend, oberserviert und geschützt zu werden, mit. Die Anweisung lautete, alle ihre Wertsachen und Bargeld auf einer ihrem Wohnhaus gegenüberliegenden Müllinsel zu deponieren. Sie ging deswegen zur Bank, legte anschließend ein leeres Kuvert an den vereinbarten Übergabeort und ging nach Hause.

Kurze Zeit später näherte sich die 27-jährige Tatverdächtige der Müllinsel. Nachdem sie ein Telefonat beendete, suchte diese offensichtlich nach dem Kuvert mit dem erhofften Bargeld. In diesem Moment schlugen die Ermittler zu und nahmen die junge Frau fest. Sie bestritt in der ersten Einvernahme jegliche Tatbeteiligung.

Grundsätzlich gilt es, unbekannten Personen ein gesundes Misstrauen entgegenzubringen, vor allem wenn Geld oder Wertsachen gefordert werden

Lassen Sie niemanden in Ihr Haus oder ihre Wohnung, den Sie nicht kennen. Verwenden Sie zur Kontaktaufnahme die Gegensprechanlage oder verwenden sie die Türsicherungskette oder den Sicherungsbügel.

Lassen Sie sich einen Dienstausweis (auch von Beamten in Uniform) zeigen.  Scheuen Sie sich nicht den Polizeinotruf 133 zu wählen oder suchen sie eine Polizeiinspektion auf, um sich zu vergewissern, dass es sich tatsächlich um Polizisten handelt.

Die Polizei verwahrt niemals Geld oder Wertgegenstände, um sie vor möglichen Diebstählen zu schützen.

Versuchen Sie sich das Aussehen der Person für eine spätere Personsbeschreibung genau einzuprägen. Machen Sie wenn möglich ein Foto mit Ihrem Handy.

Notieren Sie sich – sofern möglich – Autokennzeichen und Marke, Type sowie Farbe eines vermutlichen Täterfahrzeuges.

Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle.  Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

Nachbarschaftshilfe und das Wissen um das Recht der Selbsthilfe können Straftaten verhindern.

Ein entschiedenes NEIN, ein energisches Wegweisen eines ungebetenen Besuchers oder ein lauter Hilfeschrei können ebenfalls eine Straftat verhindern.

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