Welt

Mafia plant angeblich ein Attentat auf den Papst

Die Cosa Nostra hat Franziskus im Visier. Die Reformen des Pontifex in der Kurie und in der Vatikanbank machen der Finanzmafia keine Freude.
Heute Redaktion
14.09.2021, 02:50

Der angesehene italienische Anti-Mafia-Staatsanwalt Nicola Gratteri hat dieses Gerücht in die Welt gesetzt. Er glaubt, dass alle diese Neuerungen der "Ehrenwerten Gesellschaft" nicht passen.

"Grundreinigung der Kirche"

"Papst Franziskus macht die Finanzmafia nervös. Sein Ziel ist eine Grundreinigung der Kirche", so Gratteri. "Ich weiß nicht, ob das Organisierte Verbrechen momentan in der Lage ist zu handeln. Aber sie denken mit Sicherheit über ihre Möglichkeiten nach. Es kann gefährlich werden", so der Staatsanwalt. Der Jurist zählt zu den bekanntesten Jägern der kalabresische 'Ndrangheta und steht seit Jahren unter Personenschutz.

Der Vatikan gibt sich unbesorgt. „Es hat keinen Sinn, Alarm zu schüren“, findet der vatikanische Pressesprecher Pater Federico Lombardi.

Franziskus' Fettnäpfchen Nr. 1

"Beten wir zu Gott, dass die Herzen dieser Mafiosi sich zu Gott bekehren", hatte Papst Franziskus Ende Mai auf dem Petersplatz gesagt. Anlass war die Seligsprechung des von der Mafia erschossenen Priesters Giuseppe Puglisi am 25. Mai in Palermo. Der sizilianische Geistliche war am 15. September 1993 vor seinem Haus in Palermo von einem Auftragskiller getötet worden.

Franziskus' Fettnäpfchen Nr. 2

Noch am Freitag hatte Franziskus deutlich gegen die Korruption Stellung bezogen. Bestechungsgelder anzunehmen sei "schwer sündhaft", hatte er in seiner täglichen Frühmesse im Vatikan gesagt. Gott habe den Menschen aufgetragen, ihr Geld durch ehrliche Arbeit zu verdienen "und nicht auf diesen Wegen, die einfacher sind, dir aber am Ende alles nehmen". Die Anhänger der "Göttin Schmiergeld" verlören ihre Würde.

Bei den Gläubigen ist der Pontifex dagegen sehr beliebt. Er zeigt sich .

Jetzt E-Paper lesen