Wie sehr hängen Geruch und sexuelles Verlangen zusammen? Historisch betrachtet galten bestimmte Gerüche als Aphrodisiaka und waren Gegenstand zahlreicher Folklore und Pseudowissenschaften. In den vulkanischen Überresten von Pompeji wurden in den für sexuelle Beziehungen vorgesehenen Kammern Parfümgefäße aufbewahrt. Die alten Ägypter badeten in ätherischen Ölen und die Sumerer verführten ihre Frauen mit Parfum. In der modernen Welt hat die Werbung für Parfums, Eau de Cologne und Aftershaves als romantische Verlockung ein Multimilliardengeschäft geschaffen.
Der Volksmund sagt, dass verschiedene Aromen sexuell anregend wirken, doch es gibt keine Daten, die die tatsächlichen Auswirkungen bestimmter Gerüche auf die Erregung belegen. Und das, obwohl der Mensch etwa 10.000 Gerüche wahrnehmen kann. Jedoch deuten Studien darauf hin, dass viele von ihnen das Verhalten beeinflussen. Diesem Thema hat sich Alan Hirsch von der Smell & Taste Treatment and Research Foundation in Chicago (USA) angenommen. In seiner Studie untersuchte Hirsch, inwieweit Männer durch Gerüche verschiedener Lebensmittel erregt werden können. Denn auch wie Parfum kann der Geruch von Lebensmitteln starke emotionale Reaktion hervorrufen.
Insgesamt 31 Männer im Alter zwischen 18 und 6 Jahren nahmen an dem Experiment teil, bei dem sie 30 verschiedene Düfte vor die Nase bekamen (Lebensmittel-, Blumen- und Pflanzendüfte). Während des Experiments wurde der Anstieg des Blutflusses in ihrem Penis gemessen.
Jeder der 30 Düfte steigerte die Durchblutung des Penis. Die Kombination aus Lavendel und Kürbiskuchen hatte die größte Wirkung und steigerte den durchschnittlichen Blutfluss um 40 %. An zweiter Stelle in der Wirksamkeit stand die Kombination aus schwarzem Lakritz und Donut, die den durchschnittlichen Blutfluss um 31,5 % steigerte. An dritter Stelle folgte die Kombination aus Kürbiskuchen und Donut mit einer Steigerung von 20 %. Am wenigsten stimulierend war Cranberry, die den Blutfluss um 2 % steigerte. Keiner der Düfte reduzierte den Blutfluss.