Mailänder Luxuslabel wollte schwarzes Model weiß machen

Tommy Dorfman hat seine negativen Erlebnisse mit dem italienischen Label in seiner Instastory geschildert,
Tommy Dorfman hat seine negativen Erlebnisse mit dem italienischen Label in seiner Instastory geschildert,Tommy Dorfman
Das Modehaus Salvatore Ferragamo steht wegen Rassismus am Pranger. Ins Rollen gebracht hat den Skandal "13 Reasons Why"-Star Tommy Dorfman.

Seit dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten, haben viele Menschen und Unternehmen weltweit auf Social Media ihre Unterstützung zu #BlackLivesMatter erklärt. Als vermeintlichen Supporter zeigte sich auch das italienische Modehaus Salvatore Ferragamo. Unter ihrem Beitrag posteten sie auf Social Media ein Zitat von Nelson Mandela: "Der Rassismus muss jetzt aufhören". 

Dass das Bild Hände von zwei eher hellen Hauttypen zeigte, sorgte bereits für Kopfschütteln. Der Shitstorm kam aber erst recht ins Rollen, als sich Schauspieler Tommy Dorfman zu Wort meldete.

Der non-binäre "15 Reasons Why"-Darsteller durfte Anfang des Jahres die "VIVA"-Kampagne von Ferragamo fotografieren. Dafür setzte sich Tommy für ein vielfältiges Casting ein - mit dabei waren etwa das Model Paloma Elsesser, Schauspielerin Camila Mendes und das Transmodel Dara Allen. Auf dem Set wurde Tommy jedoch Zeuge rassistischer und transphober Kommentare des Ferragamo-Teams.

Mit Photoshop "weiß machen"

Dorfman hat seine negativen Erlebnisse mit dem italienischen Label in seiner Instastory geschildert, welche daraufhin von "Diet Prada" aufgegriffen wurde: "Das Team von Ferragamo hat abscheuliche transphobe, körperphobe und rassistische Dinge in meiner Gegenwart gesagt. Ich habe sie jedes Mal darauf hingewiesen und sie haben versprochen, sie zu bessern."

Und weiter: "Ich habe auch gehört, wie der Kreativdirektor gefragt hat, ob sie ein schwarzes Model in Photoshop weiß machen könnten."

"Drohten mir"

Nach der Zusammenarbeit brach Dorfman den Kontakt zum Label ab. Warum er nicht eher in die Öffentlichkeit ging, erklärt er so: "Sie drohten mir mit rechtlichen Schritten. Deshalb habe ich aus Angst nichts gesagt."

Tommy Dorfman legt in der Instastory allen weißen Menschen ans Herz, nicht mehr einfach zu schweigen, wenn rassistische, transphobe oder homophobe Äußerungen gemacht werden. "Alle Menschen müssen wissen, wo ihr Geld hinausfliessen soll und wohin nicht."

Salvatore Ferragamo hat sich bisher nicht dazu geäußert. 

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