Blutspender verschwieg Urlaub in Uganda

Jener Spender, dessen Blut mit dem Malaria-Erreger infiziert war und letztlich zum Tod einer 86-Jährigen geführt hat, soll sich in Uganda infiziert haben.

Wieder sind neue Details zum tödlichen Malaria-Fall in Klagenfurt bekannt geworden: APA-Berichten zufolge ist der Blutspender Ende Februar nach einem Aufenthalt in Uganda an der tropischen Fieberkrankheit erkrankt, obwohl er das empfohlene Prophylaxe-Medikament eingenommen hatte.

Die Blutspende soll drei Tage vor Ausbruch der Krankheit stattgefunden haben. Im Spenderfragebogen habe der Mann, der mittlerweile behandelt wurde und wieder gesund ist, seinen Aufenthalt in Afrika allerdings nicht angegeben.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt werden fahrlässiger Tötung.

Malaria ist eine Erkrankung, die durch einzellige Parasiten (Plasmodien) hervorgerufen wird. Sie ist nach wie vor die bedeutendste Tropenkrankheit und kommt weltweit in über 100 Ländern gehäuft vor.

In Österreich treten jährlich zwischen 50 und 100 Malariafälle auf. Dies sind importierte Krankheitsfälle - durch Fernreisen in Malariagebiete, meist auf Verweigerung der Prophylaxe oder ganz selten auf Versagen des Medikamentes rückführbar.

Die Erreger (Plasmodien) werden meist durch den Stich der weiblichen Anopheles-Mücke auf den Menschen übertragen. Sehr selten kann Malaria auch durch Bluttransfusionen, Verwendung von gebrauchten Spritzen oder im Rahmen einer Geburt von einer infizierten Mutter auf das Kind übertragen werden.

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Die Identität des Blutspenders konnte bereits am Freitag herausgefunden werden. Im Zuge der Überprüfung gab die Blutspendezentrale Entwarnung hinsichtlich der Sorge, dass noch weitere verseuchte Blutkonserven im Umlauf sind.

"Wir können definitiv ausschließen, dass aus dem Blut dieses Spenders noch andere Konserven im Umlauf sind. Ein Produkt ging an die Plasmaindustrie, der Malaria-Erreger wird dort aber durch die weitere Verarbeitung zerstört", erklärte Albert Sima von der Blutspenderzentrale noch am Freitag dem ORF.

Eine 86-jährige Frau aus Völkermarkt ließ sich im Krankenhaus der Elisabethinen an der Hüfte operieren. Der Routineeingriff verlief ohne Probleme, später klagte die Frau aber über hohes Fieber. Sie kam wieder ins Spital, wo sie vergangene Woche verstarb. Eine Obduktion bestätigte Malaria als Todesursache.

Spenderblut wird in Österreich nicht auf Malaria getestet, weil der Überträger der Krankheit in Mitteleuropa nicht heimisch ist und es damit für Personen, die nicht im Ausland waren, keine Risikoexposition gibt. Das Vorliegen eines Risikos könne mit der Frage nach Auslandsaufenthalten in den letzten sechs Monaten gut erkannt werden. Bisweilen wurde auf die Richtigkeit der Angaben im Fragebogen vertraut.

Lesen Sie dazu ausführlich: Rotes Kreuz klärt über Blutsicherheitsgesetz auf >>> (ek)

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