Österreich

Mama stahl 40 Thunfisch-Dosen – das ist der Grund

Eine Ungarin (42) ließ mindestens 40 Thunfisch-Dosen aus Supermarkt-Filialen mitgehen – aus einem ganz bestimmten Grund. 
Christine Ziechert
02.07.2023, 15:24
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Die Angeklagte (42) hatte es vor allem auf Thunfisch abgesehen, aber auch Kaffeepulver, Nougat-Creme und Toilette-Artikel landeten in ihren Taschen: Von März bis Mai soll die Ungarin fünf Mal in verschiedenen Diskonter-Filialen in Mattersburg (Bgld.), Ebenfurth und Baden (NÖ) Ladendiebstähle begangen haben. Auch ein versuchter Diebstahl in Traiskirchen (NÖ) wurde am Landesgericht Eisenstadt angeklagt.

Die 42-Jährige flog schließlich bei einer nächtlichen Verkehrskontrolle am 11. Mai auf, berichtet die "BVZ". Die Beamten fanden in ihrem Kofferraum bis zu 40 (!) Thunfischdosen, die Ungarin wurde verhaftet. "Zwei meiner Kinder sind krank, sie haben ein Problem mit der Bauchspeicheldrüse. Das ältere Kind darf nur ungewürztes und fettfreies Eiweiß zu sich nehmen. Das kleinere Kind hat auch diese Erkrankung, aber nicht so schlimm", meinte die Angeklagte nun vor Gericht.

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Spezieller Thunfisch für kranke Kinder

Spezieller Thunfisch in Dosen, wie er bei einer Diskonter-Kette in Österreich erhältlich ist, enthalte reines Protein und sei daher für die Ernährung der Kinder besonders gut geeignet, erklärte die Frau, die früher in Österreich als Putzkraft gearbeitet hatte: "Wegen der Pandemie sanken meine Einnahmen, die Preise schnellten in die Höhe. Ich weiß, das ist keine Entschuldigung, aber ich wollte meinen Kindern das für sie gesunde Essen ermöglichen", erklärte die Frau. Bis zur Pandemie hätte sie bis zu 800 Euro verdient, kurz vor der Verhaftung sei das Einkommen "nahezu null" gewesen.

Der Wert der gestohlenen Waren betrug rund 1.000 Euro, die gesamte Beute wurde allerdings sichergestellt: "Ich wurde jedes Mal erwischt und habe es zurückgegeben", bestätigte die Ungarin. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich zudem heraus, dass die 42-Jährige bereits im Mai 2022 bei einem Baumarkt in Baden versucht hatte, Werkzeug und Zubehör mitgehen zu lassen. Die Tat war aber von einem Detektiv beobachtet worden.

„"Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass ich Schande über die ehrlich arbeitenden ungarischen Staatsbürger brachte" - Angeklagte vor Gericht“

Die Angeklagte bekannte sich zu den Ladendiebstählen reumütig schuldig: "Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass ich Schande über die ehrlich arbeitenden ungarischen Staatsbürger brachte", meinte die Ungarin. "Ich erlebe Diebstähle, wo Leute Alkohol oder Kaviar stehlen. Bei meiner Mandantin ist es anders: Sie wollte die gesunde Ernährung ihrer Kinder sicherstellen, die sie sich nicht mehr leisten konnten", erklärte ihre Verteidigerin.

Trotz Ermahnung der Richterin ("Österreich ist kein Selbstbedienungsladen!") erhielt die 42-Jährige nur acht Monate, davon ein Monat unbedingt. Da sie das Monat bereits abgesessen hat, durfte sie die Justizanstalt nach dem Prozess verlassen, so die "BVZ".