Szene

Mammut-Schau im Naturhistorischen Museum

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:48

Die berühmten Mammut-Babys "Khroma" und "Dima", sowie Fossilien von Zwergmammuts, die erst vor 3.700 Jahren ausstarben, werden erstmals in Österreich gezeigt.

Die berühmten , sowie Fossilien von Zwergmammuts, die erst vor 3.700 Jahren ausstarben, werden erstmals in Österreich gezeigt - und zwar in der "Eiszeit"-Ausstellung ab 18. November im Naturhistorischen Museum.

Die große Herbst-Ausstellung des Naturhistorischen Museums Wien zum Ende des Jubiläumsjahrs 2014, in dem das Haus sein 125-jähriges Bestehen feiert, widmet sich den Ikonen der eiszeitlichen Tierwelt und den weltweit wohl bekanntesten ausgestorbenen Rüsseltieren: den Mammuts.

Wenn im Sommer der Permafrostboden antaut und die Bäche und Flüsse ihre Uferhänge freispülen, kommen in Sibirien die Eismumien zutage. Millionen eingefrorener Mammuts werden in den Weiten der russischen Großlandschaft vermutet. Tritt ein tiefgefrorener Kadaver an die Oberfläche, ist Eile geboten: Wird er nicht rasch entdeckt und geborgen, taut er auf und riskiert, von Aasfressern zerstückelt und entfleischt zu werden. Außerdem setzen Verwesungsprozesse den Weichteilen schnell zu. Dies ist wohl das Schicksal der meisten Eis-Mammuts.

Leihgabe aus St. Petersburg

Das Zoologische Museum von St. Petersburg hat eine der bedeutendsten Sammlungen von Mammut-Mumien der Welt. In einer erstmaligen Kooperation stellt es dem NHM Wien einige seiner wichtigsten Sammlungsobjekte zur Verfügung:

Hauptattraktion der Schau in Wien wird neben dem ersten (historischen) Fund eines kompletten Mammut-Skeletts und den Fossilien von Zwergmammuts, die erst vor 3.700 Jahren ausstarben - zu einem Zeitpunkt also, als die Cheops-Pyramide in Ägypten rund 1.000 Jahre alt waren - ein Mammut-Baby sein, das tiefgefroren im sibirischen Permafrostboden Jahrtausende überdauerte.

Weiters wird ein Ausstellungskabinett eingerichtet, das sich mit rund 15 Exponaten den Mammut-Funden aus dem Wiener Stadtgebiet widmet, darunter fossile Zähnen und Knochen aus der paläontologischen Sammlung des NHM Wien.
Die 45.000 Jahre alte Mumie des Mammut-Mädchens „Khroma“ wurde im Oktober 2008 als tiefgefrorener Kadaver im Permafrostboden in Nord-Yakutien, Sibirien, entdeckt. Sie ist benannt nach dem Fluss Khroma, in dessen Nähe sie gefunden wurde. Ihr Körper steckte aufrecht bis zu den Schultern im Permafrostboden. Der Kadaver war durch das jährliche Auftauen der oberen Bodenschichten und die anschließende Erosion oberflächlich freigespült worden.

Muttermilch im Magen

Bis eine Expedition das Mammut-Kalb im Mai 2009 bergen konnte, waren die freiliegenden Körperteile Kopf, Rüssel und Schultern bereits von Aasfressern, wohl Raben oder Polarfüchsen, angefressen worden. Auch Herz und Lunge fielen ihnen zum Opfer. Der untere Teil des Körpers war aber unbeschadet und ist bis heute tiefgefroren. In Magen und Darm ließen sich sogar noch Reste von Muttermilch nachweisen. DNA-Analysen und computertomographische Untersuchungen des Urogenitaltraktes ergaben, dass es sich um ein weibliches Kalb handelt. Die CT-Aufnahmen geben Aufschluss über die Todesursache: Khroma’s Mund, Nasenhöhlen, Rachen und Luftröhre sind mit Schlamm gefüllt. Das Jungtier ist also in einem Schlammloch oder unter einer Schlammlawine erstickt. Das Kalb war zum Zeitpunkt des Todes nur knapp 2 Monate alt.

 

„Khroma“ wird in einer speziellen „Kühlvitrine“ präsentiert, da sie seit ihrer Entdeckung in tiefgefrorenem Zustand erhalten wurde.

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