Bankmitarbeiter erstochen

Mann (20) kurz vor Bluttat aus Gewahrsam entlassen

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Bankmitarbeiter in Regensburg sitzt ein 20-Jähriger wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft.
Newsdesk Heute
24.07.2026, 16:15
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Einen Tag nach dem tödlichen Messerangriff auf einen Bankmitarbeiter in Regensburg sitzt der 20-jährige Verdächtige wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Das haben die Ermittler in der bayerischen Stadt am Freitag bekannt gegeben. Das genaue Motiv für die Bluttat ist laut Polizei noch unklar. Der junge Mann soll dem Opfer einen Zettel gezeigt und ihn dann fast sofort angegriffen haben.

"Die Motivlage des Täters ist aktuell noch relativ unklar", sagte der Chef der Kriminalpolizei, Robert Fuchs, vor Journalisten. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen zeigte der Verdächtige dem Bankmitarbeiter im Kundenwarteraum einen Zettel, auf dem "unter anderem etwas von einem Überfall und einen Bankraub" gestanden sei.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Kurz darauf zog der Mann ein Küchenmesser und griff den hinter dem Tresen sitzenden Bankmitarbeiter "relativ schnell" an, versetzte ihm mehrere Stiche. Der Bankangestellte hatte laut Fuchs gar keine Möglichkeit, dem Täter Geld zu geben, weil alles so schnell ging. Das zeigen auch die Videoaufnahmen aus der Bank.

Nach der Tat zogen Zeugen, darunter ein Ehepaar mit einem wenige Monate alten Kind, den schwerstverletzten Bankmitarbeiter in einen anderen Raum. Währenddessen ging der Verdächtige in den hinteren Bereich der Filiale. Die Anwesenden verständigten sofort per Notruf die Polizei. Nach etwa drei Stunden konnten Spezialkräfte den 20-Jährigen "widerstandslos" im Bereich einer Toilette festnehmen.

Tatverdächtiger in U-Haft

Eine Haftrichterin erließ am Freitag einen Untersuchungshaftbefehl wegen Mordes in Tateinheit mit versuchter schwerer räuberischer Erpressung. Der Verdächtige kam in eine Justizanstalt. Hinweise auf eine psychische Erkrankung gibt es laut Behörden derzeit keine, wie Thomas Schug am Freitag erklärte. Trotzdem werde der Verdächtige routinemäßig psychiatrisch begutachtet.

Die Zeugen schafften es laut Polizei, den verletzten Mitarbeiter und sich selbst mit Hilfe der Einsatzkräfte durch ein Fenster in Sicherheit zu bringen. Der schwer verletzte Mann starb aber später im Spital. Zwei weitere Bankmitarbeiter wurden im Laufe des stundenlangen Großeinsatzes ohne Kontakt zum Täter von der Polizei aus dem Gebäude gebracht. Insgesamt standen rund 370 Beamte im Einsatz. Anfangs war unklar, ob es sich um eine Geiselnahme handelt, das konnte die Polizei aber im Laufe des Einsatzes ausschließen.

20-Jähriger polizeibekannt

Der Verdächtige, ein deutscher Staatsbürger, war der Polizei schon öfter aufgefallen, meist wegen kurzzeitiger Vermisstenmeldungen aus Jugendhilfeeinrichtungen. Die Stadt Regensburg hatte ihm 2023 ein Waffenverbot erteilt, nachdem er bei Kontrollen mit einem Messer und einem Elektroschockgerät erwischt wurde.

In der Nacht auf Mittwoch meldete sich der Mann selbst auf einer Polizeiwache und gab an, eine Bierflasche in den Innenhof geworfen zu haben. Er kam damals kurz in Gewahrsam, aber es gab keinen Grund für eine Haft. Die letzten zwei Jahre lebte der Mann in Berlin und kam erst im Juni zurück nach Regensburg. Die Ermittler wollen nun auch bei anderen Behörden Informationen über ihn einholen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 24.07.2026, 16:15