Mann (66) ohne Beine bekommt nur Pflegestufe 3

Pflegerin Maria K., Franz P. und J. Drapela (v.l.) zuhause beim 66-Jährigen.
Pflegerin Maria K., Franz P. und J. Drapela (v.l.) zuhause beim 66-Jährigen.Bild: NÖN/Stefan Havranek

Nach Durchblutungssörungen mussten Franz P. aus Schloßhof (Gänserndorf) beide Beine amputiert werden. Der 66-Jährige sitzt im Rollstuhl – zugesprochen bekam er aber nur Pflegestufe 3.

Franz P. sitzt nach mehreren OPs im Rollstuhl, er kann nicht selbstständig auf die Toilette oder aus dem Bett. Prothesen sind bei ihm keine möglich. Dennoch sprach ihm die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) nur die Pflegestufe 3 (auf einer Skala bis 7) zu.

„Ein Skandal", so Johann Drapela, der den 66-Jährigen mit zwei 24-Stunden-Pflegekräften betreut, zu „Heute". Monatlich bekommt der Mann aus Schloßhof, einer Katastralgemeinde von Engelhartstetten, 451,80 €, laut Drapela würde dem Mann Pflegestufe 6 und somit 1.285,20 € zustehen: „Wir werden das neu einreichen."

Drapela: "Die Familie hat bereits einen Schicksalsschlag hinter ihr. Der Bruder litt ebenfalls an Durchblutungsstörungen und ist gestorben."

Nur weil Franz P. mit der Mutter (94) zusammenwohnt (sie hat Pflegestufe 4), können sich die beiden zwei Pflegekräfte leisten. Diese wechseln sich 14-tägig ab.

Laut PVA war Franz P. vom ärztlichen Gutachter untersucht worden: „Im April dieses Jahres wurde Franz P. von einem ärztlichen Gutachter untersucht. Dieser stellte einen Pflegebedarf im Ausmaß von 145 Stunden pro Monat fest. Daher wurde der Pflegegeldbezug von Stufe 1 auf Stufe 3 erhöht", so ein Sprecher zur „NÖN". Die Einstufung sei vor Kurzem nach einer Klagsdrohung (wurde zurückgezogen, um neu einreichen zu können) von einem Gerichtsgutachter bestätigt. (wes)

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