Mann aus Jet gezerrt: Nun Rassismus-Vorwurf

Nachdem Securitys einen Passagier gewaltsam aus einem völlig überbuchten Flugzeug in den USA gezogen haben, kommen immer mehr Details zutage.

Ein Fluggast, es soll sich um einen Arzt handeln, wurde brutal von Security-Männern aus einer überbuchten US-Maschine von United Airlines am Weg von Chicago nach Louisville geschleift.

Drei Sicherheitsbeamte standen vor dem Sitz des Passagiers.

Zu sehen am Video: Der Mann schreit, wird vom Sitz gehoben, knallt mit dem Gesicht auf eine Armlehne, wird blutend auf dem Boden nach draußen gezogen.

Fluggesellschaften rechnen auf vielgebuchten Strecken damit, dass pro Flug einige Passagiere nicht erscheinen und nehmen mehr Buchungen an, als Sitzplätze zur Verfügung stehen. 2016 mussten nach offiziellen Angaben alleine in den USA fast eine halbe Million Fluggäste zurückbleiben, obwohl sie einen Flug gebucht und bezahlt hatten. In den meisten Fällen nehmen sie die Angebote der Fluglinien an, die oft Geld, Gutscheine für Rabatte oder Freiflüge ausgeben.

Vier Plätze zu viel

Für Flug 3411 waren zu viele Tickets verkauft worden. Vier Plätze sollten für Airline-Angestellte geräumt werden, dafür wurde eine Entschädigung von 1.000 Dollar geboten. Aber niemand wollte das Geld. Also entschied der Computer, wer raus musste.

Der Fluggast, der behauptete, er müsse dringend zu seinen Patienten, sagte weiters: "Ich wurde ausgewählt, weil ich Chinese bin." Laut Chicago Police ist er 69 Jahre alt.

Die Airline will einen Rassismus-Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen. Der Computer der Airline entscheide anhand bestimmter Kriterien, welchen Passagier es bei Überbuchung trifft.

Diese sind auf der ganzen Welt gleich:

Frequent Flyer-Status: Wenn der Passagier ein treuer Kunde der Airline ist und oft mit ihr fliegt, hat er ein Ticket

Flugverbindung: Wenn der Passagier einen Anschlussflug hat, sind die Chancen auf einen Fixplatz groß

Ticket-Klasse: Passagiere mit teurem Ticker (First Class) werden bevorzugt

Check-in-Zeitpunkt: Passagiere, die früher am Check-in waren, haben ebenfalls größere Chancen an Bord zu bleiben

Familien und Behinderte: Bei Menschen mit Behinderungen und Familien ist es am unwahrscheinlichsten, dass sie der Computer auswählt

Am Dienstag entschuldigte sich der Chef der Airline, Oscar Munoz auf Twitter: "Dies ist ein ärgerliches Vorkommnis für uns alle. Ich bedauere, dass wir diese Passagiere wieder von Bord bringen mussten." Der Flughafenpolizist, der den Mann aus der Maschine zog, wurde vom Dienst suspendiert.

(mle)

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