Ohne Job, aber mit einem Messer in der Tasche. Was genau sich AMS-Kunde Sebastian M. (21) am 14. September 2023 dabei gedacht hat, konnte er am Dienstag am Wiener Landesgericht auch nicht erklären. Nur so viel: "Ich bin aufgestanden, hab Tabletten genommen und eine halbe Flasche Malibu getrunken." Warum er das mache, wollte die Richterin wissen. "Warum nicht", reagierte der junge Mann, dessen Traumberuf eigentlich Berufssoldat gewesen wäre, gereizt.
In der Nähe des Liesingbachs traf er zur Mittagszeit einen Bekannten. "Ich wollte was zum Rauchen", gab der vorbestrafte 19-Jährige zu Protokoll. Gemeinsam klopften die Beiden an die Wohnungstüre eines Wieners (39). Als der öffnete, zückte der Ältere sofort sein 20 Zentimeter langes Messer und steckte es durch den Türspalt. Nur durch Glück konnte das Opfer die Türe gerade noch zuschlagen, dabei fiel das Messer in die Wohnung. Beide Täter flüchteten, konnten aber gefasst werden.
Was dann geschah, musste ein WEGA-Beamter vor Gericht schildern. Denn beide Männer tobten in ihren Einzelzellen, Verstärkung durch die Spezialeinheit war nötig. "Als wir kamen an, gab es lautes Geschrei aus den getrennten Hafträumen. Wir öffneten die Türen und die Männer stürmten mit erhobenen Fäusten auf uns zu", so der Elite-Polizist, der sie beiden mit seinen Kollegen fixierte.
Nachdem sich beide Angeklagten wegen Hausfriedensbruch, versuchter Körperverletzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt schuldig bekannten konnte das Urteil rasch verkündet werden: Sieben Monate bedingt bzw. 9 Monate teilbedingte Haft und Bewährungshilfe – rechtskräftig.