Fast 50 Jahre in Haft

Mann bekommt nach Fehlurteil fast 7 Millionen Euro

Der zu Unrecht Verurteilte war über Jahrzehnte unschuldig hinter Gittern. Nun bekommt er eine Entschädigung.
Newsdesk Heute
16.08.2024, 07:53
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Glynn Simmons wurde 1975 zum Tode verurteilt. Ihm und einem weiteren Verdächtigen wurde vorgeworfen, einen 30-jährigen Mitarbeiter eines Spirituosengeschäfts bei einem Raubüberfall in Edmond (Oklahoma) ermordet zu haben. Nach zweieinhalb Monaten wurden ihre Strafe in lebenslange Haft umgewandelt.

Das Urteil fällte der Richter ausschließlich auf Basis der Aussage einer Jugendlichen. Sie habe die beiden Verdächtigen angeblich bei einer polizeilichen Gegenüberstellung erkannt.  Die Angeklagten sagten vor Gericht aus, dass sie zum Zeitpunkt der Tat gar nicht in dem US-Bundesstaat Oklahoma waren. Eine spätere Untersuchung schürte jedoch erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit der Zeugenaussage.

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Großteil des Lebens im Häf'n

Mittlerweile ist Simmons 71 Jahre alt. 48 Jahre, fünf Monate sowie 13 Tage seines Lebens verbrachte er im Gefängnis – laut dem Nationalen Register für Freilassungen ein Rekord für fälschlich eingesperrte Häftlinge in den Vereinigten Staaten.

Bevor eine Entschädigung beschlossen wurde, bat Simmons auf der Plattform GofundMe um Spenden. Damit wollte er eine eigene Wohnung, Kleidung, Möbel, Lebensmittel und medizinische Behandlungen finanzieren. Er befand sich zu dieser Zeit wegen Leberkrebs in Chemotherapie.
GoFundMe

Der Mitangeklagte wurde bereits 2008 entlassen, Simmons allerdings erst im vergangenen Jahr. Eine Bezirksrichterin hatte das Fehlurteil gegen ihn im Juli 2023 aufgehoben. Im Dezember wurde er offiziell rehabilitiert.

Gefälschte Beweise?

Nun erhält der Betroffene eine Entschädigung von mehr als sieben Millionen US-Dollar (6,35 Millionen Euro). Ein Sprecher der Stadt Edmond lehnte eine Stellungnahme zu dem kürzlich geschlossenen Vergleich auf Anfrage von AFP ab. Laut den Anwälten des ehemaligen Häftlings stelle die Zahlung einen "Teilvergleich" seiner Klage "gegen die Städte und die Polizei dar, die Beweise gefälscht haben, um ihm einen Mord anzuhängen".

"Obwohl er diese Zeit nie wieder zurückbekommen wird, ermöglicht ihm dieser Vergleich mit Edmond, nach vorne zu schauen und zugleich seine Ansprüche gegen Oklahoma City und einen leitenden Polizeibeamten geltend zu machen", so seine Anwältin Elizabeth Wang.

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