Es sah aus, wie beim Dreh eines Action-Films, als Regisseur Alexander Mair in der Nacht vom 12. Dezember des Vorjahres erwachte. Vor seinem Haus in Kufstein (T) brannte sein BMW X1 lichterloh. "Hohe Stichflammen stiegen auf, das Feuer breitete sich bedrohlich schnell aus", erinnert sich der Filmemacher an die beklemmende Nacht. Seine Lebensgefährtin ist kurz davor von der Alarmanlage aufgewacht – gerade noch rechtzeitig. "Die Situation war lebensbedrohlich", schaudert es den 37-Jährigen in "Heute".
Wie die Polizei später ermittelte, war das Feuer gelegt worden. Der mutmaßliche Täter wurde kurz nach der Brandstiftung verhaftet. Der Verdacht war schnell auf den 34-jährigen Tiroler gefallen, weil er und Mair einen Monat vor dem Autobrand in einen Unfall verwickelt waren. "Ich habe ihn beim Autofahren unwissentlich überholt. Er hat mich daraufhin geschnitten, ausgebremst und ich bin leicht in sein Auto gerutscht", schildert der Regisseur.
Als Mair ausstieg, um den Schaden zu begutachten, wurde er vom wütenden Fahrer angeschrien und gestoßen, er ließ seine Fäuste auch auf seinem Auto spielen. Der Filmemacher zeigte den Vorfall an und forderte Schadenersatz. Wenige Tage später wurde sein Wagen angezündet. "Das war Rache", ist der 37-Jährige überzeugt.
Am Dienstag musste sich der 34-Jährige am Landesgericht Innsbruck wegen Brandstiftung und Verleumdung verantworten. Im Wagen des Angeklagten wurde nach dem Brandanschlag eine Zündschnur gefunden, sowie ein Zettel mit Mairs Wohnadresse. Diese Beweise belasteten ihn schwer. Der Brandstifter hatte zudem behauptet, Mair hätte ihn nach dem Unfall attackiert und er hätte eine Gehirnerschütterung davongetragen. "Das stimmt überhaupt nicht, ich habe ihn nicht einmal berührt", so der Regisseur von "Teddybär".
Der Angeklagte zeigte sich nicht geständig und erklärte, dass er an einer Borderline-Störung leide, die jedoch vor Gericht nicht bestätigt wurde. Der 34-Jährige wurde von den Geschworenen nicht rechtskräftig zu 36 Monaten unbedingt verurteilt. Mehr als vier Monate sitzt er bereits in U-Haft. "Ich glaube, dass er ein schwerwiegendes psychologisches Problem hat. Ich hoffe, dass er im Gefängnis eine Therapie machen kann", so Mair nach dem Urteil.