Kurioses Urteil in Kärnten

Mann ohne Schein muss für fremde Raserei 560€ brennen

2022 soll ein mittlerweile 20-Jähriger 15 km/h zu schnell auf der A10 gerast sein. Das Radarfoto zeigt eine andere Person – trotzdem muss er zahlen.

Robert Cajic
Mann ohne Schein muss für fremde Raserei 560€ brennen
Phillip muss 560 Euro für die Raserei eines Ex-Kollegen seiner Eltern blechen.
zVg

In Kärnten sorgte kürzlich ein kurioses Gerichtsurteil für Aufsehen: "Heute"-Leser Phillip soll am 07. September 2022 nicht nur ohne Führerschein, sondern auch mit 15 km/h zu viel am Tacho über eine 80er-Zone auf der Tauernautobahn (A10) gedüst sein. Das Beweisfoto zeigt jedoch eine völlig andere Person – trotzdem wurde Phillip zu 560 Euro Strafe verdonnert.

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Ex-Kollege von Eltern fuhr Auto

Gegen 15 Uhr soll der 20-Jährige mit 95 statt der erlaubten 80 Stundenkilometer über die A10 gebrettert sein. Dabei besaß er zu diesem Zeitpunkt nicht nur keinen Führerschein – er konnte den Richtern sogar vorweisen, dass er an besagtem Tag von 9 bis 19 Uhr in seiner Arbeit, einem Wettcafé, tätig war.

    Dieses Urteil sorgt bei Phillip (20) für großes Unverständnis!
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    Picturedesk

    Und selbst das Beweisfoto des Radargeräts – auf dem Foto ist ein Ex-Mitarbeiter seiner Eltern zu sehen – reichte vor Gericht nicht für ein Urteil zu Gunsten des Kärntners aus.

    Vater fuchsteufelswild: "Es sollte eher im 'Namen der Willkür' heißen!"

    Doch wieso muss der 20-Jährige 560 Euro Strafe zahlen? Das Urteil liegt einer Aneinanderreihung unglücklicher Umstände zugrunde. Zwar reichten sowohl Phillip, als auch sein Vater, der als Zeuge beim Prozess war, fristgerechte Beschwerden ein. In ihren Aussagen konnten sie jedoch nicht angeben, wer tatsächlich gefahren ist.

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    Anstatt den Namen des Fahrzeuglenkers zu nennen – es handelte sich um einen Ex-Mitarbeiter der Eltern – verlangte die Kärntner Familie eine Aufhebung der Straferkenntnis. Phillip ist untröstlich, sein Vater holt im "Heute"-Talk gegen das Landesverwaltungsgericht Kärnten aus:

    Trotz Radarfoto, auf welchem ein anderer Mann zu sehen ist, und Arbeitsnachweis wurde mein Sohn verurteilt – und das im Namen der Republik. Es sollte eher 'im Namen der Willkür' heißen!
    "Heute"-Leser Rudolf
    Vater von Phillip

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      Auf den Punkt gebracht

      • Ein 20-jähriger Mann wurde in Kärnten zu einer Geldstrafe von 560 Euro verurteilt, weil er angeblich ohne Führerschein mit 15 km/h zu schnell auf der A10 gerast sein soll
      • Obwohl das Radarfoto eine andere Person zeigt und der Mann zum Zeitpunkt des Vorfalls bei der Arbeit war, wurde das Urteil aufrechterhalten, da weder er noch sein Vater den tatsächlichen Fahrer benennen konnten
      • Trotz fristgerechter Beschwerden konnte das Urteil nicht zu Gunsten des Mannes geändert werden
      rca
      Akt.