Österreich

Mann schoss aus Fenster: Jetzt spricht ein Opfer

Heute Redaktion
13.09.2021, 18:38

Ein Linzer (26) soll mit einem Luftdruckgewehr auf Passanten geschossen haben. Vor dem Prozess am Donnerstag sprach ein Opfer über die schlimmen Erlebnisse.

Es sei ihm langweilig gewesen, gab ein Linzer (26) bei der Polizei als Begründung an. Der 26-Jährige soll am 28. September dieses Jahres mit einem Luftdruckgewehr aus einer Wohnung in der Freistädterstraße in Urfahr auf Passanten geschossen haben.

Um sich zu schützen, flüchteten Fußgänger in eine nahe gelegene Telefonzelle. Tags darauf waren in der Kabine noch mehrere Einschusslöcher sichtbar.

Vier Personen wurden durch den Sniper verletzt. Eine Läuferin (23) erwischte es am schlimmsten. "Ich wurde am Unterschenkel getroffen und habe viel Blut verloren", gab die 23-Jährige vor Gericht an. Sie sei in Todesangst weg gelaufen.

Das Projektil war in ihrem Bein stecken geblieben, musste später im Spital operiert werden.

In den Rücken getroffen



Auch Lida Marinkova befand sich unter den Opfern. Sie erinnert sich noch ganz genau an diesen schrecklichen Tag, schildert in einem Interview den Hergang: "Ich war mit meiner Mutter, meiner Schwester und meinem Hund gerade auf dem Nachhauseweg. Ich spürte plötzlich einen intensiven Schmerz im Rücken, habe aber zunächst im Dunkeln niemanden gesehen."

Kurze Zeit später habe der Schütze dann auch die Mutter der 30-Jährigen im Bein getroffen. Danach sind sie rasch nach Hause gelaufen. Dann alarmierten sie die Einsatzkräfte und wurden über weitere verletzte Personen informiert.

"Meine Mutter und ich mussten zum Glück nicht operiert werden. Wir haben dicke Kleidung getragen, die uns vor schweren Verletzungen verschont hat", so Marinkova, die nach wie vor oft am Tatort vorbei geht. "Wir wohnen seit 20 Jahren in dieser Gegend. Ich gehe dort regelmäßig mit meinem Hund spazieren. Aber es ist schon ein sehr ungutes Gefühl."

Mutmaßliche Schütze stark betrunken

Zum Tatzeitpunkt soll der mutmaßliche Schütze betrunken und mit Marihuana berauscht gewesen sein.

Ein Freund habe ihn in dessen Wohnung alleine gelassen. Daraufhin sei er auf die Schnapsidee gekommen. Er habe aber nicht gezielt auf Personen geschossen. In der Wohnung wurden neben der Tatwaffe und der Munition mehrere Luftdruckwaffen sichergestellt.

Der 26-Jährige ist der Polizei aus der Drogenszene bekannt. Nach einer mehrstündigen Verhandlung wurde der Beschuldigte wegen absichtlich schwerer Körperverletzung zu einer teilbedingten Haftstrafe von 16 Monaten (vier davon unbedingt) verurteilt.

Er muss Bewährungshilfe in Anspruch nehmen und den

Opfern insgesamt 8.300 Euro Teilschmerzensgeld sowie Schadenersatz für die Therapiekosten bezahlen. Das Urteil ist rechtskräftig.

(mip)

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