Immer mehr Unternehmen und Institutionen setzen auf Künstliche Intelligenz und fordern von ihren Mitarbeitern, diese Tools zu nutzen. Doch was, wenn man das nicht möchte? David Durman, ein Verwaltungsmitarbeiter an der University of Kentucky, hat genau das durchgesetzt.
Der Humanist beantragte mithilfe der American Humanist Association eine Ausnahmeregelung gemäß eines US-Bundesgesetzes. Dieses erlaubt Beschäftigten, Änderungen ihrer Arbeitsanforderungen zu beantragen, wenn diese ihren religiösen Überzeugungen widersprechen.
Wie t3n.de unter Berufung auf Religion News berichtet, stimmte die Universität im September zu. Durman muss nun keine KI mehr für seine Arbeit einsetzen. Er gilt damit als der erste Humanist, der eine solche Ausnahmeregelung erwirken konnte.
"Der Prozess und die Arbeit, die damit verbunden sind, Situationen zu durchdenken - im Rahmen meiner Arbeit, meiner Ethik und der Art und Weise, wie ich mit anderen Menschen umgehe - sind ein wesentlicher Bestandteil meiner Entwicklung zu einem moralischen Menschen", erklärte Durman. "Und diese Arbeit auszulagern, unabhängig davon, ob sie anstrengend ist oder nicht, untergräbt meine Fähigkeit, moralisch zu handeln."
Seine Bedenken werden von Studien gestützt: Laut einer Untersuchung von Microsoft und der Carnegie Mellon University könnten Menschen, die sich zu sehr auf KI verlassen, die Fähigkeit verlieren, kritisch zu denken. Die Forscher beobachteten, dass Nutzer, die von KI-Fähigkeiten überzeugt waren, diese eigenständiger arbeiten ließen - ohne die Ergebnisse nachträglich zu prüfen.
Durman sieht auch gesellschaftliche Gefahren: "Auf gesellschaftlicher Ebene denke ich, dass der Einsatz von KI-Technologie dem zuwiderläuft", sagte er über sein humanistisches Ideal der menschlichen Entfaltung. Ähnlich äußerte sich auch Papst Leo XIV. in seiner Enzyklika, in der er warnte, dass KI die Demokratie und Menschenwürde schwächen könnte.